Nachhaltiges Wildtiermanagement weiterentwickeln

Innsbruck, Igls – Die Anforderungen an die Jagd im alpinen Raum nehmen weiter zu. Neben den klassischen Aufgaben rücken insbesondere die Sicherung von Lebensräumen, der Umgang mit zunehmendem Nutzungsdruck sowie ein zeitgemäßes, wildökologisch fundiertes Management in den Mittelpunkt.

Am Samstag, den 11. April, fand die diesjährige Vollversammlung des Tiroler Jägerverbandes im Congresspark Igls statt. Zahlreiche Delegierte sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Behörden nahmen daran teil. In seiner Ansprache an die Jägerschaft bedankte sich Landesjägermeister Anton Larcher für den guten Zusammenhalt im Lichte der vielen Herausforderungen, mit welchen die Jagd konfrontiert ist. „Ruhe, Besonnenheit und Verlässlichkeit ist es, was die Jägerschaft auszeichnet“, so Larcher.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Vollversammlung lag auf den neuen Richtlinien zur Bejagung des Schalenwildes. Ziel ist es, die Abschussplanung künftig noch stärker an wildbiologischen Grundlagen und klar definierten Zielbeständen auszurichten. Im Mittelpunkt steht dabei eine nachhaltige Entwicklung der Bestände unter Berücksichtigung von Lebensraum, Altersstruktur, Geschlechterverhältnis und Wildgesundheit.
Insbesondere reife Stücke übernehmen eine wichtige Rolle im Sozialgefüge und für die Stabilität der Population und sollen entsprechend berücksichtigt werden. Die Abschussplanung orientiert sich daher stärker an der Bestandsstruktur sowie am tatsächlichen Abgang. „Mit den Richtlinien schaffen wir eine klare, fachlich fundierte Grundlage für ein modernes Wildtiermanagement. Entscheidend ist, dass wir Bestände langfristig stabil und gesund erhalten und dabei die Lebensräume konsequent mitdenken“, berichtete LJM-Stellvertreter Artur Birlmair.
Die Situation für Wild und Wald und somit für Jagd und Forst bleibt angesichts von Klimaveränderungen, steigender Freizeitnutzung und wachsendem Nutzungsdruck herausfordernd. Diese Entwicklungen standen auch im Zentrum der Ansprachen des Landeshauptmann-Stv. ÖR Josef Geisler. „Die Jägerschaft ist ein verlässlicher Partner wenn es um die Erfüllung der Abschussquoten und das Management von Großraubtieren geht“, bedankt sich Geisler.
Larcher bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und das Vertrauen innerhalb des Tiroler Jägerverbandes sowie mit allen Partnern und Behörden.
Die rund 16.000 Mitglieder des Tiroler Jägerverbandes sind neben der Grundaufgabe der Regulierung der Wildbestände wieder vielfältig im Einsatz gewesen, sei es beim Monitoring von Wildtieren, der Bekämpfung von Tierseuchen, den Wildschutz oder der Vorbeugung von Wildschäden.

  • Rund 16.000 Jägerinnen und Jäger sind in Tirol aktiv, davon 11,5 % Frauen
  • Die Jagdfläche in Tirol umfasst 1.244.466 ha und ist in über 1.300 Reviere gegliedert
  • Das Interesse an der Jagd bleibt hoch: In den Jungjägerkursen 2026 waren 680 Personen angemeldet
  • Etwa 80 % des erlegten Rotwildes sind keine Trophäenträger
  • 1.188 Rehkitze konnten im Jahr 2025 durch Drohnenpiloten der Plattform rehkitzrettung.at vor dem Mähtod bewahrt werden
  • In Tirol sind rund 100 Berufsjäger und 1.200 Jagdaufseher vereidigt, die sich um Monitoring, Betreuung und die Einhaltung des Jagdgesetzes kümmern
  • Wildtiere stehen zunehmend unter Druck: In Tirol werden täglich etwa 0,7 ha Naturraum verbaut
  • Im Jagdjahr 2025/26 wurde ein umfassendes Monitoring von Steinwild sowie Auer- und Birkwild durchgeführt, um fundierte Grundlagen für das Wildtiermanagement zu schaffen

Trophäenschau Seefeld – Jägerschaft zieht Bilanz und spricht Klartext

Volle Halle, zahlreiche Ehrengäste und klare Worte prägten die diesjährige Trophäenschau des Bezirks Innsbruck-Land in der Seefelder WM-Halle. Am 28. und 29. März 2026 wurde nicht nur das vergangene Jagdjahr gewürdigt, sondern auch offen über aktuelle Herausforderungen gesprochen. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr die zentrale Rolle der Jagd zwischen Naturschutz, gesellschaftlichen Ansprüchen und politischen Rahmenbedingungen.

Im Mittelpunkt stand die Bilanz des Jagdjahres 2025/26. Bezirksjägermeister Thomas Messner berichtete von einer insgesamt sehr guten Abschusserfüllung. Beim Rotwild wurde eine Quote von rund 92 Prozent erreicht, beim weiblichen Rotwild ebenfalls 92 Prozent, beim Rehwild etwa 91 Prozent. Beim Gamswild lag die Erfüllung bei 76 Prozent. Diese Zahlen zeigen eine verantwortungsbewusste und konsequente Bewirtschaftung der Wildbestände im Bezirk.

Neben den Zahlen wurde auch die aktuelle Situation im Lebensraum deutlich angesprochen. „Wir haben mittlerweile rund um die Uhr Betrieb in unseren Wäldern“, betonte Messner und verwies auf den zunehmenden Freizeitdruck. Besonders nächtliche Aktivitäten im alpinen Raum würden das Wild stark beeinträchtigen. Die wiederholt geäußerte Kernaussage bringt die Problematik auf den Punkt: „Die Natur ist kein Fitnessstudio.“

Auch Vertreter aus Politik und Verwaltung unterstrichen die Bedeutung der Jagd. Landeshauptmann Anton Mattle würdigte die Leistungen der Jägerschaft und stellte fest: „Wenn eine Abschusserfüllung von über 90 Prozent erreicht wird, dann ist das nicht nur Leidenschaft, sondern Verantwortungsbewusstsein gegenüber der gesamten Bevölkerung.“

Bezirkshauptfrau Katharina Eberle ergänzte, dass Jagd, Forst, Gemeinden und Behörden nur gemeinsam ein funktionierendes Gleichgewicht gewährleisten können.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den zunehmenden Herausforderungen für das Wild. Parasitenbefall und klimatische Veränderungen gewinnen an Bedeutung. Untersuchungen zeigen, dass Parasiten im alpinen Raum häufiger auftreten und Wildtiere zusätzlich unter Stress geraten, insbesondere durch intensive Freizeitnutzung. Gleichzeitig erschweren milde Winter die Bejagung, da sich das Wild länger in schwer zugängliche Hochlagen zurückzieht.

Auch große Beutegreifer bleiben ein Thema. Luchs, Goldschakal und Wolf stellen die Jägerschaft vor neue Herausforderungen. Zwar gibt es mittlerweile gesetzliche Regelungen zur Entnahme von Schad- und Risikowölfen, in der Praxis bleibt deren Umsetzung jedoch schwierig.

Die Trophäenschau selbst beeindruckte mit mehr als ca. 3.000 ausgestellten Trophäen und bot damit einen umfassenden Überblick über die Wildbestände und deren Entwicklung im Bezirk. Die präsentierten Stücke spiegeln eine stabile Altersstruktur und eine insgesamt nachhaltige Bewirtschaftung wider.

Ein wichtiger Teil der Veranstaltung waren die Ehrungen verdienter Mitglieder. Josef Neuner aus Scharnitz wurde zum Wildmeister ernannt, Bezirksjägermeister-Stellvertreter Fritz Mayer erhielt das Verdienstabzeichen des Tiroler Jägerverbandes. Weitere Ehrenzeichen wurden an zwei engagierte Jagdpächter und verdienstvolle Hegemeister vergeben.

Auch organisatorische Entwicklungen wurden vorgestellt. Mit der geplanten digitalen Grünvorlage soll die Abschussmeldung künftig vereinfacht werden. Fotos mit GPS-Daten werden direkt erfasst und übermittelt, wodurch Verwaltungsabläufe effizienter gestaltet werden können.

Die Trophäenschau in Seefeld zeigte eindrucksvoll, dass die Jagd weit mehr ist als Tradition. Sie ist aktiver Natur- und Lebensraumschutz und gleichzeitig mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert. Für die Zukunft wird entscheidend sein, wie es gelingt, Wild, Lebensraum und gesellschaftliche Nutzung in Einklang zu halten.

Vollversammlung des Tiroler Jägerverbandes 11.04.2026

Die ordentliche Vollversammlung des Tiroler Jägerverbandes findet am
Samstag, den 11.April 2026 um 9.00 Uhr, im Congresspark Igls, Eugenpromenade 2, 6080 Igls, statt.

TAGESORDNUNG

  1. Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Begrüßung des Bürgermeisters der Stadt Innsbruck
  3. Totengedenken
  4. Bekanntgabe der Tagesordnung
  5. Niederschrift über die Vollversammlung vom 3.5.2025
  6. Ansprache des Landesjägermeisters
  7. Geschäftsbericht über das Jahr 2025
  8. Bericht des Wirtschaftsprüfers zum Rechnungsabschluss 2025
  9. Beschlussfassung zum Rechnungsabschluss 2025 mit Entlastung der Mitglieder des Präsidiums und des Vorstandes
  10. Beschlussfassung zum Jahresvoranschlag 2027
  11. Anträge und Beschlussfassung zur Höhe der Pflichtbeiträge und des Entgeltes für die Ausgabe von Jagdgastkarten
  12. Änderung der Satzungen
  13. Informationen zu den Richtlinien zur Bejagung des Schalenwildes
  14. Behandlung der rechtzeitig eingebrachten Anträge
  15. Ehrungen
  16. Grußworte der Ehrengäste
  17. Allfälliges

Die Vollversammlung ist bei Anwesenheit der Hälfte der Delegierten beschlussfähig.
Als anwesend gilt ein Delegierter, wenn er sich beim Eingang registriert und eine Delegiertenkarte empfangen hat. Ist zum festgesetzten Beginn der Vollversammlung nicht die Hälfte der Delegierten anwesend, so ist nach einer Wartezeit von einer halben Stunde die Vollversammlung ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Delegierten beschlussfähig. Das Stimmrecht steht nur den Delegierten zu und ist persönlich auszuüben. Jeder Delegierte hat eine Stimme. Vollmachten sind unzulässig.
Die Delegierten zur Vollversammlung des Tiroler Jägerverbandes werden somit zum Besuch herzlich eingeladen und gebeten, pünktlich und verlässlich zu erscheinen.

HINWEIS ZU WAHLEN
Die Wahl erfolgt auf Grund von schriftlichen Wahlvorschlägen. Der Wahlvorschlag hat, wenn er nicht nur von einem Mitglied eingebracht wird, einen Zustellbevollmächtigten zu enthalten. Ein Wahlvorschlag ist gültig, wenn er von wenigstens zwei Bezirken erstattet wird, wobei der Vorschlag jedes Bezirkes
a) von mindestens 20 Mitgliedern schriftlich unterstützt sein muss;
b) spätestens zwei Wochen vor der Vollversammlung schriftlich bei der Landesgeschäftsstelle, Meinhardstraße 9, 6020 Innsbruck, (§ 26 lit. a) eingereicht wird; die Einbringung des Wahlvorschlages ist auf Verlangen durch die Geschäftsstelle zu bestätigen. Ein Wahlvorschlag hat wählbare Personen mit Vor- und Zunamen, ausgeübtem Beruf und Hauptwohnsitz und die ihnen jeweils zugedachte Funktion für sämtliche zur Wahl anstehenden Organfunktionen sowie die schriftliche Zustimmung der auf dem Wahlvorschlag ausgewiesenen Wahlwerber zu enthalten.

DI (FH) Anton Larcher e. h.,
Landesjägermeister

Bezirksversammlung Landeck 2026

Die Bezirksversammlung des Bezirkes Landeck findet am Samstag, den 11. April 2026 um 19.30 Uhr im Saal der Wirtschaftskammer Landeck (Stadtsaal) statt.

TAGESORDNUNG

  1. Eröffnung, Begrüßung und Feststellen der Beschlussfähigkeit sowie Bestellung eines Schriftführers durch den BJM Reinhold Siess
  2. Totengedenken
  3. Bericht des BJM
  4. Bericht des Kassiers und der Kassaprüfer
  5. Beschlussfassung über den Rechnungsabschluss der Bezirksgeschäftsstelle und Entlastung des Bezirksjägermeisters und des Kassiers
  6. Grußworte des Landesjägermeisters
  7. Allfälliges

Hinweis gem. Satzungen des TJV:

Die Bezirksversammlung ist beschlussfähig, wenn alle Personen, die zu diesem Zeitpunkt deren Mitglieder waren, spätestens zwei Wochen, im Falle von Wahlen vier Wochen, vor der Sitzung persönlich oder durch Übermittlung des einen Hinweis auf Zeit, Ort und Tagesordnung der Bezirksversammlung enthaltenen Mitteilungsblattes des Tiroler Jägerverbandes ordnungsgemäß eingeladen wurden und mindestens ein Drittel dieser Personen anwesend ist.

Die Einladung zur Bezirksversammlung ist auch dann ordnungsgemäß, wenn ein Mitglied in dem vom Tiroler Jägerverband zu führenden Mitgliederverzeichnis nur deshalb dem falschen Bezirk zugeordnet ist, weil das Mitglied es unterlassen hat, den Tiroler Jägerverband von einer Änderung seines Hauptwohnsitzes, in Ermangelung eines Hauptwohnsitzes in Tirol vom Wechsel des Bezirkes, in dem das Mitglied die Jagd regelmäßig ausübt, schriftlich zu verständigen (§ 4 Abs. 2 lit. g Satzungen TJV).

Ist zu der für den Versammlungsbeginn festgesetzten Zeit nicht die erforderliche Anzahl an Mitgliedern vertreten, so ist nach einer Wartezeit von einer halben Stunde die Bezirksversammlung ohne Rücksicht auf die Anzahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig, wenn in der Einladung ausdrücklich darauf hingewiesen wurde.

Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst. Stimmenthalten und ungültige Stimmabgabe gelten als nicht angegebene Stimmen (§14 Abs. 6 Satzungen TJV)

Parkmöglichkeiten sind am Parkplatz der Wirtschaftskammer oder in der Schentengarage vorhanden. ACHTUNG! Diese Parkplätze sind gebührenpflichtig und werden mittels automatischer Kennzeichenerfassung überwacht!

Bitte gültige Jagdkarte mitnehmen!

 

Der Bezirksjägermeister

Reinhold Siess

www.tjv.at | Foto: Andreas Hepting

Bezirksversammlung Reutte 2026

Die Bezirksversammlung des Bezirkes Reutte findet am Freitag, den 10.04.2026, um 19:00 Uhr im Hotel Hirschen in Reutte statt.

 

Tagesordnung:

  1. Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Totengedenken
  3. Bericht des Bezirksjägermeisters
  4. Bericht des Kassiers
  5. Bericht der Rechnungsprüfer
  6. Bericht des Leiters der Nachsuchestation Außerfern
  7. Bericht der Rissbegutachter
  8. „Lebensraum, Rotwild, Verantwortung–TJV Ing. Andreas Hackl
  9. Allfälliges

 

Anmerkung:

Die Bezirksversammlung ist, nach § 62a Abs. 3 TJG, bei Anwesenheit von mindestens einem Drittel der Mitglieder beschlussfähig. Beschlüsse werden mit einfacher Stimmenmehrheit gefasst. Ist zu der für den Versammlungsbeginn festgesetzten Zeit die erforderliche Anzahl an Mitgliedern nicht vertreten, so ist die Versammlung nach einer Wartezeit von einer halben Stunde ohne Rücksicht auf die Anzahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig. Stimmenthaltungen und ungültige Stimmabgaben gelten als nicht abgegebene Stimmen.

WM Martin Hosp, Bezirksjägermeister

Exkursion Verjüngungsdynamik & Waldkunde für die Praxis (§ 33a)

Exkursion: Verjüngungsdynamik und Waldkunde für die Praxis

Die Anforderungen an den Tiroler Bergwald sind vielfältig: Er schützt Siedlungsräume und Infrastruktur, ist Wirtschafts- und Erholungsraum und zugleich Lebensraum für Wild. Der Klimawandel erhöht den Anpassungsdruck deutlich – um langfristig stabile, resiliente Wälder zu sichern, braucht es abgestimmte Strategien und eine gute Zusammenarbeit aller Nutzungsgruppen.

Im Rahmen einer halbtägigen Exkursion werden die Themen klimafitter Bergwald, Wildeinfluss, Verjüngungsdynamik sowie die Rolle und Notwendigkeit der Jagd gemeinsam besprochen und anhand von Praxisbeispielen im Gelände veranschaulicht.

REFERENTEN: DI Huber Marc, GWA Lukas Gabl
DATUM: 10.04.2026
UHRZEIT: 13:00 bis 17:00 Uhr
ORT: Ötz
KOSTEN: € 20,-
TEILNEHMER: max. 20 Personen
ANMELDUNG: erforderlich