Ausbildung zum Jagdaufseher

Der Jagdschutz umfasst den Schutz des Wildes vor Raubwild, Raubzeug und vor Wilderern und die Überwachung der Einhaltung des Tiroler Jagdgesetzes.

Für jedes Jagdgebiet (ausgenommen berufsjägerpflichtige Reviere) ist vom Jagdpächter ein Jagdaufseher zu bestellen. Die bestellten Jagdaufseher sind nach ihrer Bestätigung durch die Bezirksverwaltungsbehörde von dieser in Eid und Pflicht zu nehmen.

Der Jagdaufseher-Ausbildungslehrgang und die -prüfung werden einmal jährlich abgehalten.

Gemäß § 33a Abs. 5 lit. d sind nur Personen zur Jagdaufseherprüfung zuzulassen, die eine jagdliche Revierpraxis von mindestens 250 Stunden absolviert haben.

 

Jagdaufseher-Lehrgang 2026: ausgebucht

Der nächste Lehrgang findet im Frühjahr 2027 statt.

Der Lehrgang für Jagdaufseher findet in der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Rotholz, Rotholz 46, 6200 Strass im Zillertal statt.

  • Mo. 13.04. bis Sa. 18.04.
  • Do. 23.04. bis Sa. 25.04.
  • Mo. 27.04. bis Sa. 02.05.
  • Do. 07.05. bis Sa. 09.05.

Kurszeiten jeweils von 08.00 bis 16.50 Uhr

Prüfungstermine:
Detaillierte Einteilung des Amtes der Tiroler Landesregierung folgt. Schießprüfung am 10.04.2026. Schriftliche und mündliche Prüfung jedenfalls: 11.05.2026 bis 13.05.2026

 

Die Anmeldung zu Ausbildungskurs und Prüfung ist bis 30.01.2026 ausschließlich bei der Geschäftsstelle des Tiroler Jägerverbandes möglich. Sämtliche Zulassungsvoraussetzungen müssen mit der Anmeldung (Revierbuch ausnahmslos vollständig) vorliegen. Ein Nachreichen von fehlenden Revierpraxisstunden ist ab dem 30.01.2026 nicht mehr möglich. Der Erste-Hilfe-Kurs kann bis Mitte Mai nachgereicht werden. Der Ausbildungslehrgang ist auf 35 Personen beschränkt und wird ab einer Teilnehmerzahl von mindestens 20 Personen durchgeführt. Die Kosten für den Kursbeitrag belaufen sich auf € 570,-.  Ausbildungsunterlage ist das Buch „Wildes Tirol – Lehrbuch des Tiroler Jägerverbandes“ (Kosten € 150,-).

Jagdaufseher-Infoblatt 2026

Kundmachung Land Tirol Jagdaufseherprüfung 26

Ansuchen um Zulassung zur JA-Ausbildung 2026

Weitere Downloads für Interessenten an der Revierpraxis

Anmeldeformular Revierpraxis

Merkblatt Revierpraxis

Trophäenschau Reutte – Außerferner Jägerschaft auf Erfolgskurs mit stabiler Balance

Eine enorme Anzahl an Jägerinnen und Jägern, Jagdpächterinnen und Jagdpächtern, Ehrengästen aus Politik, Land- und Forstwirtschaft und auch Verwaltung wohnten der Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Trophäenschau am 18.04.2026 in Reutte bei. Der fachliche Austausch und das kameradschaftliche Treffen standen dabei wieder einmal im Mittelpunkt. Die eindrucksvolle Präsentation wurde von den Außerferner Jagdhornbläsern in gekonnter Manier musikalisch umrahmt. BJM WM Martin Hosp konnte zu der fulminanten Eröffnung unter anderem Nationalrätin Margit Falkner, Bezirkshauptfrau Mag. Katharina Rumpf, LJM DI Anton Larcher, sowie als besonderen Ehrengast den Salzburger Landesjägermeister Max Mayr-Melnhof willkommen heißen.

In seiner Festansprache gab der Bezirksjägermeister eine umfassenden Rückblick über das Jagdjahr 2025/2026. Er betonte die Wichtigkeit von Wild als integralen Bestandteil des Waldökosystems und fokussierte auf das wechselwirkende Zusammenspiel von Forst- und Jagdwirtschaft. Für die Etablierung einer „stabilen Balance“ appellierte der erfahrene Berufsjäger an einen integralen Ansatz der Rotwildbewirtschaftung, welcher neben jagdlichen, forstlichen und landwirtschaftliche Maßnahmen auch Optimierungen in Bezug auf den Tourismus, Freizeit – und Erholungssektor beinhalten muss. Er plädierte für einen dringend notwendigen Perspektivenwechsel von Stückzahlen hin zu Qualität, Altersstruktur und gesunden Beständen. In Bezug auf den Bezirk Reutte betonte das er das Engagement und die Disziplin der Jagdschutzorganen und der Jagdpächterschaft.

Die Bezirksverwaltungsbehörde attestierte durch Bezirkshauptfrau Mag. Katharina Rumpf sehr gute Erfolge in Bezug auf die jagdliche Entnahme und ein gutes Einvernehmen der verantwortlichen Funktionäre mit der Behörde. Nationalrätin Margit Falkner sprach aktuelle Herausforderungen im Umfeld der Jagd an und plädierte für einen intensiven Austausch zwischen den beteiligten Interessensgruppen. Neben Landesjägermeister DI (FH) Anton Larcher ging auch der Salzburger Landesjägermeister Max Mayr-Melnhof in seinen Ausführungen auf die Bedeutung der Jagd als „größte und älteste Tierschutzorganisation“ ein. Er brach eine Lanze für Trophäen als Ausdruck verantwortungsvoller Arbeit und gelebter Tradition. Der passionierte Weidmann und Forstwirt zeigte sich beeindruckt von der Leistungsschau der Außerferne Jägerschaft und richtete in Zusammenhang mit der Technisierung wegweisende Worte an den jagdlichen Nachwuchs im Außerfern.

Als Highlight der diesjährigen Trophäenschau konnten Maximilian Kieltrunk, Peter Hauser und Manuel Eiblhuber die Ernennungen zum Berufsjägern in Empfang nehmen. Die Berufsjäger Basti Eberle, Tobias Perle, Matthias sowie Christoph Zangerl wurden zu Revierjägern ernannt. Langzeitjagdpächter Kurt Schädler, Büchsenmachermeister a.D. Erich Printschler sowie Hegemeister WM Walter Walch wurden für ihr besonderes Engagement im Bezirk Reutte mit dem goldenen Ehrenzeichen des Bezirkes gewürdigt. Die Jagdhornbläser Hannes Klotz, Johann Ostermann und Franz Scheidle konnten das golden Jagdhornbläser-Ehrenzeichen für mehr als 30 Jahre traditionellen Einsatz entgegennehmen. Überraschend – und bis zur kurzen Laudatio bestens geheim gehalten – wurde auch BJM Martin Hosp das Goldene Ehrenzeichen des Bezirkes für seinen passionierten Einsatz verliehen.

Nach den Grußworten der Ehrengäste dankte BJM WM Martin Hosp allen Anwesenden, Helfern und der gesamten Jägerschaft für die guten Erfolge und die engagierte Zusammenarbeit und eröffnete die Trophäenschau 2026 mit den Worten: „Die Jagd ist Teil der Lösung“.  Am Sonntag herrschte ab 11.00 Uhr zünftige Unterhaltung beim Jägerstammtisch und bescherte einer bestens organisierten Veranstaltung bei angenehmem Frühlingwetter einen enormen Zustrom von Besuchern aus Nah und Fern.

App „Tiroler Jagd“ für digitale Grünvorlage

Ende April 2026, also noch rechtzeitig vor dem Beginn der Jagdzeit, wird die App „Tiroler Jagd“ in den App-Stores für Android- und Apple-Smartphones zum Download zur Verfügung gestellt. 

Mit dieser App können Abschussmeldungsentwürfe mit oder ohne digitalen Grünvorlagebildern erstellt werden. Die Übermittlung dieser Abschussmeldungsentwürfe in die JAFAT (Jagd- und Fischereianwendung Tirol) erfolgt bei Anmeldung via ID-Austria in der App automatisch ab dem Vorhandensein einer Internetverbindung. Die Meldung wird gesendet, sobald eine Internetverbindung am Smartphone besteht. 

Alternativ kann diese App auch ohne Anmeldung in ID-Austria genutzt werden, jedoch müssen diesfalls der Abschussmeldungsentwurf – durch den Button „Ohne Anmeldung teilen“ – via Messengerdienst (z.B. E-Mail, etc.) an die abschussmeldungsverpflichtete Person übermittelt werden. 

Obwohl die digitale Grünvorlage auch ohne ID-Austria möglich ist, wird allen Jägerinnen und Jägern seitens des Landes Tirol und des Tiroler Jägerverbandes empfohlen einen ID-Austria Signatur Zugang erstellen zu lassen. Details http://www.id-austria.gv.at 

Für angemeldete Benutzer wird darüber hinaus noch der Status der Gültigkeit ihrer Jagdkarte, sowie weitere interessante Features, wie z.B. die eigenen Abschussmeldungen auf der Karte, angezeigt. 

Nähere Infos finden Sie hier im Benutzerhandbuch und im Infobeitrag der Mai-Ausgaben von „Jagd in Tirol“.

Trophäenschau Landeck – Gemeinsam für eine zukunftsfähige Jagd

Bei der diesjährigen Trophäenschau des Bezirkes Landeck, die am 14. und 15. März 2026 in der WM-Halle in St. Anton am Arlberg stattfand, stand einmal mehr nicht nur der Rückblick auf das vergangene Jagdjahr im Mittelpunkt, sondern vor allem die aktuellen Herausforderungen der Jagd in einer sich rasch verändernden Umwelt. Zahlreiche Ehrengäste, Funktionäre und Mitglieder der Jägerschaft nutzten die Veranstaltung, um sich auszutauschen und gemeinsam Bilanz zu ziehen.

Die Trophäenschau wurde dabei ihrem Anspruch gerecht, weit mehr zu sein als eine reine Präsentation von Trophäen. Sie ist Ausdruck von Verantwortung, Respekt vor dem Wild und der Verpflichtung gegenüber Natur und Kulturlandschaft. Jede einzelne Trophäe steht sinnbildlich für Hege, Beobachtung und die oft schwierigen Entscheidungen im Revier.

Wolf, Landwirtschaft und neue rechtliche Rahmenbedingungen

Ein zentrales Thema war die zunehmende Ausbreitung großer Beutegreifer, insbesondere des Wolfs. Diese Entwicklung wird als Teil funktionierender Ökosysteme gesehen, bringt jedoch gleichzeitig erhebliche Herausforderungen mit sich. Vor allem Almbauern und Nutztierhalter stehen unter wachsendem Druck, da Risse nicht nur wirtschaftliche Schäden verursachen, sondern auch eine starke emotionale Belastung darstellen.

Mit der Jagdgesetznovelle 2026 wurden neue Möglichkeiten geschaffen, um auf problematische Situationen zu reagieren. Entscheidend ist dabei eine verantwortungsvolle und koordinierte Umsetzung dieser Maßnahmen. Ein enger Schulterschluss zwischen Landwirtschaft, Jagd, Behörden und Politik wird als unerlässlich hervorgehoben. Ebenso wurde betont, dass die Einbindung des jeweiligen Jagdpächters bei Maßnahmen im Revier eine selbstverständliche Grundlage darstellt.

Verändertes Wildverhalten erschwert die Bejagung

Der zunehmende Prädatorendruck zeigt bereits deutliche Auswirkungen auf das Verhalten des Schalenwildes. Tiere reagieren vorsichtiger, werden nachtaktiver und meiden offene Flächen. Diese Veränderungen erschweren eine planbare und effiziente Bejagung erheblich.

Gleichzeitig bleiben die Anforderungen an die Jägerschaft hoch. Die Verantwortung für angepasste Wildbestände und ein funktionierendes Wald-Wild-Gleichgewicht wird weiterhin wahrgenommen. Dort, wo Abschussziele nicht erreicht werden, müsse jedoch eine sachliche Ursachenanalyse erfolgen. Neben dem Prädatorendruck spielen auch zunehmende Freizeitnutzung sowie fehlende Ruhezonen eine wesentliche Rolle.

TBC-Bekämpfung erfordert konsequentes Handeln

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bekämpfung der Tuberkulose beim Rotwild. Die Jägerschaft übernimmt hier eine zentrale Rolle durch intensives Monitoring, Probenentnahmen und verstärkte Bejagung in Risikogebieten. In besonders betroffenen Revieren konnten dabei Abschusszahlen erreicht werden, die bislang nicht in dieser Intensität verzeichnet wurden.

Gleichzeitig wurde betont, dass die Seuchenbekämpfung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt. Neben jagdlichen Maßnahmen sind klare und verbindliche Rahmenbedingungen notwendig. Dazu zählen insbesondere abgestimmte Fütterungsstrategien, um einen Futtertourismus zu verhindern und die Ausbreitung der Krankheit nicht zusätzlich zu begünstigen.

Unrealistische Abschussforderungen wurden kritisch gesehen. Vielmehr brauche es sachliche Analysen, realistische Zielsetzungen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Entwicklung beim Rehwild gibt Anlass zur Sorge

Mit Blick auf das Rehwild wurde eine besorgniserregende Entwicklung festgestellt. Während die Trophäenschauen früher durch eine hohe Qualität und ausgewogene Altersstruktur geprägt waren, zeigt sich aktuell eine zunehmende Verschiebung hin zu jüngeren Altersklassen.

Insbesondere der hohe Anteil an Jährlingsböcken sowie eine starke Nutzung der mittleren Altersklasse wurden kritisch hervorgehoben. Hier wurde an die Eigenverantwortung der Revierinhaber appelliert, die Abschussplanung entsprechend anzupassen und langfristig wieder eine stabile und qualitativ hochwertige Bestandsstruktur zu erreichen.

Jagd als Teil der Lösung

Insgesamt wurde deutlich, dass sich die Jagd in einem Spannungsfeld unterschiedlichster Interessen befindet. Dennoch bleibt sie ein unverzichtbares Instrument zur Regulierung der Wildbestände sowie zur Sicherung eines gesunden Lebensraumes.

Die Jägerschaft steht zu ihrer Verantwortung und zeigt Bereitschaft, ihren Beitrag zu leisten. Voraussetzung dafür sind jedoch realistische Rahmenbedingungen, nachvollziehbare Zielsetzungen und ein konstruktives Miteinander aller Beteiligten.

Ausblick

Gerade in Zeiten großer Veränderungen ist ein geschlossener und sachlicher Zugang entscheidend. Die Jagd bleibt Dienst an der Gemeinschaft, am Lebensraum und an der Kulturlandschaft.

Mit Weidgerechtigkeit, Maß und Verantwortungsbewusstsein gilt es, die kommenden Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen und die Jagd zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

 

Waidmannsheil!

Nachhaltiges Wildtiermanagement weiterentwickeln

Innsbruck, Igls – Die Anforderungen an die Jagd im alpinen Raum nehmen weiter zu. Neben den klassischen Aufgaben rücken insbesondere die Sicherung von Lebensräumen, der Umgang mit zunehmendem Nutzungsdruck sowie ein zeitgemäßes, wildökologisch fundiertes Management in den Mittelpunkt.

Am Samstag, den 11. April, fand die diesjährige Vollversammlung des Tiroler Jägerverbandes im Congresspark Igls statt. Zahlreiche Delegierte sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Behörden nahmen daran teil. In seiner Ansprache an die Jägerschaft bedankte sich Landesjägermeister Anton Larcher für den guten Zusammenhalt im Lichte der vielen Herausforderungen, mit welchen die Jagd konfrontiert ist. „Ruhe, Besonnenheit und Verlässlichkeit ist es, was die Jägerschaft auszeichnet“, so Larcher.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Vollversammlung lag auf den neuen Richtlinien zur Bejagung des Schalenwildes. Ziel ist es, die Abschussplanung künftig noch stärker an wildbiologischen Grundlagen und klar definierten Zielbeständen auszurichten. Im Mittelpunkt steht dabei eine nachhaltige Entwicklung der Bestände unter Berücksichtigung von Lebensraum, Altersstruktur, Geschlechterverhältnis und Wildgesundheit.
Insbesondere reife Stücke übernehmen eine wichtige Rolle im Sozialgefüge und für die Stabilität der Population und sollen entsprechend berücksichtigt werden. Die Abschussplanung orientiert sich daher stärker an der Bestandsstruktur sowie am tatsächlichen Abgang. „Mit den Richtlinien schaffen wir eine klare, fachlich fundierte Grundlage für ein modernes Wildtiermanagement. Entscheidend ist, dass wir Bestände langfristig stabil und gesund erhalten und dabei die Lebensräume konsequent mitdenken“, berichtete LJM-Stellvertreter Artur Birlmair.
Die Situation für Wild und Wald und somit für Jagd und Forst bleibt angesichts von Klimaveränderungen, steigender Freizeitnutzung und wachsendem Nutzungsdruck herausfordernd. Diese Entwicklungen standen auch im Zentrum der Ansprachen des Landeshauptmann-Stv. ÖR Josef Geisler. „Die Jägerschaft ist ein verlässlicher Partner wenn es um die Erfüllung der Abschussquoten und das Management von Großraubtieren geht“, bedankt sich Geisler.
Larcher bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und das Vertrauen innerhalb des Tiroler Jägerverbandes sowie mit allen Partnern und Behörden.
Die rund 16.000 Mitglieder des Tiroler Jägerverbandes sind neben der Grundaufgabe der Regulierung der Wildbestände wieder vielfältig im Einsatz gewesen, sei es beim Monitoring von Wildtieren, der Bekämpfung von Tierseuchen, den Wildschutz oder der Vorbeugung von Wildschäden.

  • Rund 16.000 Jägerinnen und Jäger sind in Tirol aktiv, davon 11,5 % Frauen
  • Die Jagdfläche in Tirol umfasst 1.244.466 ha und ist in über 1.300 Reviere gegliedert
  • Das Interesse an der Jagd bleibt hoch: In den Jungjägerkursen 2026 waren 680 Personen angemeldet
  • Etwa 80 % des erlegten Rotwildes sind keine Trophäenträger
  • 1.188 Rehkitze konnten im Jahr 2025 durch Drohnenpiloten der Plattform rehkitzrettung.at vor dem Mähtod bewahrt werden
  • In Tirol sind rund 100 Berufsjäger und 1.200 Jagdaufseher vereidigt, die sich um Monitoring, Betreuung und die Einhaltung des Jagdgesetzes kümmern
  • Wildtiere stehen zunehmend unter Druck: In Tirol werden täglich etwa 0,7 ha Naturraum verbaut
  • Im Jagdjahr 2025/26 wurde ein umfassendes Monitoring von Steinwild sowie Auer- und Birkwild durchgeführt, um fundierte Grundlagen für das Wildtiermanagement zu schaffen

Trophäenschau Seefeld – Jägerschaft zieht Bilanz und spricht Klartext

Volle Halle, zahlreiche Ehrengäste und klare Worte prägten die diesjährige Trophäenschau des Bezirks Innsbruck-Land in der Seefelder WM-Halle. Am 28. und 29. März 2026 wurde nicht nur das vergangene Jagdjahr gewürdigt, sondern auch offen über aktuelle Herausforderungen gesprochen. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr die zentrale Rolle der Jagd zwischen Naturschutz, gesellschaftlichen Ansprüchen und politischen Rahmenbedingungen.

Im Mittelpunkt stand die Bilanz des Jagdjahres 2025/26. Bezirksjägermeister Thomas Messner berichtete von einer insgesamt sehr guten Abschusserfüllung. Beim Rotwild wurde eine Quote von rund 92 Prozent erreicht, beim weiblichen Rotwild ebenfalls 92 Prozent, beim Rehwild etwa 91 Prozent. Beim Gamswild lag die Erfüllung bei 76 Prozent. Diese Zahlen zeigen eine verantwortungsbewusste und konsequente Bewirtschaftung der Wildbestände im Bezirk.

Neben den Zahlen wurde auch die aktuelle Situation im Lebensraum deutlich angesprochen. „Wir haben mittlerweile rund um die Uhr Betrieb in unseren Wäldern“, betonte Messner und verwies auf den zunehmenden Freizeitdruck. Besonders nächtliche Aktivitäten im alpinen Raum würden das Wild stark beeinträchtigen. Die wiederholt geäußerte Kernaussage bringt die Problematik auf den Punkt: „Die Natur ist kein Fitnessstudio.“

Auch Vertreter aus Politik und Verwaltung unterstrichen die Bedeutung der Jagd. Landeshauptmann Anton Mattle würdigte die Leistungen der Jägerschaft und stellte fest: „Wenn eine Abschusserfüllung von über 90 Prozent erreicht wird, dann ist das nicht nur Leidenschaft, sondern Verantwortungsbewusstsein gegenüber der gesamten Bevölkerung.“

Bezirkshauptfrau Katharina Eberle ergänzte, dass Jagd, Forst, Gemeinden und Behörden nur gemeinsam ein funktionierendes Gleichgewicht gewährleisten können.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den zunehmenden Herausforderungen für das Wild. Parasitenbefall und klimatische Veränderungen gewinnen an Bedeutung. Untersuchungen zeigen, dass Parasiten im alpinen Raum häufiger auftreten und Wildtiere zusätzlich unter Stress geraten, insbesondere durch intensive Freizeitnutzung. Gleichzeitig erschweren milde Winter die Bejagung, da sich das Wild länger in schwer zugängliche Hochlagen zurückzieht.

Auch große Beutegreifer bleiben ein Thema. Luchs, Goldschakal und Wolf stellen die Jägerschaft vor neue Herausforderungen. Zwar gibt es mittlerweile gesetzliche Regelungen zur Entnahme von Schad- und Risikowölfen, in der Praxis bleibt deren Umsetzung jedoch schwierig.

Die Trophäenschau selbst beeindruckte mit mehr als ca. 3.000 ausgestellten Trophäen und bot damit einen umfassenden Überblick über die Wildbestände und deren Entwicklung im Bezirk. Die präsentierten Stücke spiegeln eine stabile Altersstruktur und eine insgesamt nachhaltige Bewirtschaftung wider.

Ein wichtiger Teil der Veranstaltung waren die Ehrungen verdienter Mitglieder. Josef Neuner aus Scharnitz wurde zum Wildmeister ernannt, Bezirksjägermeister-Stellvertreter Fritz Mayer erhielt das Verdienstabzeichen des Tiroler Jägerverbandes. Weitere Ehrenzeichen wurden an zwei engagierte Jagdpächter und verdienstvolle Hegemeister vergeben.

Auch organisatorische Entwicklungen wurden vorgestellt. Mit der geplanten digitalen Grünvorlage soll die Abschussmeldung künftig vereinfacht werden. Fotos mit GPS-Daten werden direkt erfasst und übermittelt, wodurch Verwaltungsabläufe effizienter gestaltet werden können.

Die Trophäenschau in Seefeld zeigte eindrucksvoll, dass die Jagd weit mehr ist als Tradition. Sie ist aktiver Natur- und Lebensraumschutz und gleichzeitig mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert. Für die Zukunft wird entscheidend sein, wie es gelingt, Wild, Lebensraum und gesellschaftliche Nutzung in Einklang zu halten.

Verantwortung – ernst gemeint: Wie die neuen Schalenwildrichtlinien die Eigenverantwortung stärken

Ein zentrales Ziel der Strategie „Tiroler Jagd 2030“ ist es, die fachlichen Grundlagen für Abschussplanung und Bejagung weiterzuentwickeln. Damit soll eine nachhaltige Entwicklung der Schalenwildbestände für kommende Generationen gesichert werden – auf Basis aktueller wildbiologischer Erkenntnisse. Mit den überarbeiteten „Richtlinien zur Bejagung des Schalenwildes“ liegt dazu nun das Konzept des Tiroler Jägerverbandes vor.

Eine vorausschauende Jagd orientiert sich an den natürlichen Verhaltensweisen und Bedürfnissen des Wildes. In der jagdlichen Praxis stand diesem Anspruch jedoch oft das Gefühl gegenüber, vor allem Zahlenwerke abarbeiten zu müssen. Die Schalenwildrichtlinien wurden daher grundlegend überarbeitet: vereinfacht, klarer strukturiert und näher an eine wildökologisch fundierte Jagdpraxis herangeführt.

Das neue Konzept ist getragen von großem Vertrauen in die Tiroler Jägerschaft. Es verabschiedet sich in mehreren Bereichen von starren Vorgaben und stellt eine zentrale Frage in den Mittelpunkt:
Wie soll der Zustand der Wildbestände im Revier nach der Jagd aussehen – und wie entwickeln sich Alters- und Sozialstrukturen langfristig?
Gerade hier hat sich in einigen Regionen die Entwicklung von Durchschnittsalter und Geschlechterverhältnis nicht immer positiv dargestellt. Der notwendige Perspektivenwechsel eröffnet nun mehr Handlungsspielraum für eine verantwortungsvolle, wildbiologisch fundierte Bewirtschaftung. Jagdlicher Einsatz wird stärker anerkannt, und die Jägerinnen und Jäger erhalten wieder mehr Möglichkeiten, ihre Reviere eigenverantwortlich, nachhaltig und mit Augenmaß zu führen.

Zu den wesentlichen inhaltlichen Eckpunkten der neuen Richtlinien gehören unter anderem:

  • Großräumige Planung, lokale Gestaltung: Ergänzend zu den Hegebezirken soll die Planung nach Wildräumen erfolgen, um Zielbestände fachlich sauber zu definieren und Abschüsse transparent auf die Reviere aufzuteilen.
  • Wildbiologisch fundierte Hege: Die Gleichstellung von Kitzen und Kälbern in der Planung erleichtert einen konsequenten Hegeeingriff und ermöglicht eine flexible Bestandssteuerung vor Ort.
  • Gamswild – Zeit für Reife: Reife Böcke und Geißen sollen ihre biologische Hochphase im Bestand verbringen. Die Anhebung des Einstiegsalters für die Ernteklasse stärkt stabile Alters- und Sozialstrukturen und verbessert gleichzeitig das sichere Ansprechen im Gelände.
  • Rotwild – ruhiges Handwerk: Mehrjährige Planungszeiträume und der Fokus auf das Kahlwild verknüpfen Verantwortung und Handlungsspielraum. Wer konsequent Kahlwild bejagt, schafft Puffer und gewinnt Entscheidungsfreiheit bei der Bejagung des männlichen Wildes.
  • Rehwild – präzise Steuerungsmöglichkeiten: Die gemeinsame Planung von Kitzen und weiblichem Wild schafft eine flexible und zielgerichtete Steuerungsoption im Bestand.
  • C.I.C.-Bewertung als Kontrollinstrument: Die Trophäe dient nicht als Ziel, sondern als Indikator der Fitness. Die C.I.C.-Bewertung ermöglicht eine objektive, nachvollziehbare Kontrolle, ob die Bejagung tatsächlich auf schwächere Stücke in den entsprechenden Klassen ausgerichtet ist – ohne die Jagd auf reine Trophäenoptimierung zu verengen.

Die neuen Richtlinien verstehen sich als Einladung, das eigene Revier aktiv zu gestalten: Sie eröffnen die Möglichkeit, jagdliches Können mit dem Ziel stabiler Alters- und Sozialstrukturen im Wildbestand zu verbinden. Eine Anwendung auf Revierebene ist bereits heuer möglich und wird ausdrücklich nahegelegt. Damit wird zugleich die künftige Linie für Jagd und Hege in Tirol vorgezeichnet.

Die Anhebung der Altersklasse I beim Gamswild wird aus fachlicher Sicht dringend befürwortet. Die dafür erforderliche politische Entscheidung des Landes liegt derzeit allerdings noch nicht vor, weshalb es bis auf Weiteres bei einer Empfehlung bleibt. Ebenso stehen rechtliche und administrative Anpassungen noch aus – etwa Änderungen der 2. DVO zum TJG, die Überarbeitung behördlicher Formulare sowie die Aktualisierung digitaler Systeme wie JAFAT, insbesondere des Abschussplanungsformulars. Diese Schritte sind vom Land Tirol zu setzen.

Downloads

Die „Richtlinien zur Bejagung des Schalenwildes“ des Tiroler Jägerverbandes in zwei Fassungen zur Verfügung:

  • Kurzfassung
    Enthält die wesentlichen Inhalte und Kernbestimmungen der Richtlinien in kompakter Form.
  • Erweiterte Fassung mit Erläuterungen
    Enthält zusätzlich alle detaillierten Tabellen sowie ausführliche Erläuterungen zu den Überlegungen bei der Erarbeitung der Richtlinien. Diese sind direkt zu den jeweiligen Bestimmungen eingeblendet.
Erweiterte Fassung mit Erläuterungen Kurzfassung
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Infoveranstaltung: TJG-Novelle Wolf und Landwirtschaft

Die Landwirtschaftskammer Tirol und der Tiroler Jägerverband laden Jagdpächter und Jagdleiter sowie Hegemeister in den kommenden Wochen zu Informationsveranstaltungen in allen Bezirken des Landes ein. Im Mittelpunkt steht dabei die Vorstellung der Novelle des Tiroler Jagdgesetzes 2026 und die darin enthaltenen Neuerungen. Auf Basis der Senkung des Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene, eine Anpassung, welche lange Zeit als unmöglich galt, wurde bereits im letzten Jahr begonnen, passende Regelung für ein verbessertes Wolfsmanagement aufzustellen. Durch den jahrelangen, konsequenten Einsatz der landwirtschaftlichen Interessenvertretung konnte diese wichtige Weiterentwicklung nun erreicht werden. Auf dieser Grundlage entstand schlussendlich die nunmehrige Jagdgesetznovelle, welche im Februar vom Landtag beschlossen wurde. Aus Sicht der Landwirtschaft und der traditionellen Almwirtschaft sind vor allem die schnelleren, unbürokratischen Entnahmen und der „Schuss auf Sicht“ bei direkter Gefährdung auf Almen und Weiden als großer Erfolg zu werten.

 

Informations- und Austauschtermine

Datum Uhrzeit Bezirk, Ort
10.03. 20 Uhr Kufstein, Hotel Andreas Hofer Kufstein
12.03. 20 Uhr Imst, LLA Imst
17.03. 19.30 Uhr Schwaz, Cafe Zillertal Strass i. Z.
18.03. 20 Uhr Reutte, GH Hirschen Reutte
23.03. 20 Uhr Innsbruck, Gemeindesaal Pfons
23.03. 19.30 Uhr Lienz, LLA Lienz
25.03. 20 Uhr Landeck, Gemeindesaal Schönwies
30.03. 20 Uhr Kitzbühel, Kulturhaus Reith b. Kb.

 

Wichtige Inhalte

Im Zentrum der Veranstaltungen steht die Vorstellung der neuen jagdgesetzlichen Bestimmungen, welche von unseren Jurist:innen verständlich erklärt werden. Besonders erfreulich ist, dass sich der Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher die Zeit nimmt, um an den geplanten Info-Veranstaltungsterminen in den Bezirken teilzunehmen. Als Fachexperte wird er zur praktischen Umsetzung der Novelle aus Sicht der Jägerschaft referieren und insbesondere auf die Voraussetzungen zum „Schuss auf Sicht“ eingehen.
Von großer Wichtigkeit ist eine offene Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Jägerschaft. Um diese zu optimieren, gehen die Bezirksstellenleiter und Bezirksjägermeister explizit darauf ein, wie ein guter Austausch ablaufen sollte – sowohl bei einer Gefährdung durch den Wolf, als auch nach einem erfolgten Rissgeschehen. Kommt es in der Praxis sodann zu einer SMS-Benachrichtigung an die örtliche Jägerschaft zur Abschusserlaubnis, sollte für alle Beteiligten klar sein, was abgesprochen werden muss, damit die Erfüllung des Abschusses erfolgreich erfolgen kann. Die direkte Abstimmung vor Ort ist von zentraler Bedeutung und wird maßgeblich zum praktischen Gelingen beitragen. Für etwaige Fragen und Unklarheiten ist zum Abschluss eines jeden Termins eine ausführliche Frage- und Diskussionsrunde eingeplant.
Die Veranstaltungsreihe ist nicht nur als reine Informationsveranstaltung zu verstehen, sondern auch als Plattform, um Fragen zu klären, Missverständnisse auszuräumen, die  unterschiedlichen Bedürfnisse zusammenzuführen und wichtige Kontakte in der Region zu knüpfen.

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Mit den Informationsveranstaltungen setzen die Landwirtschaftskammer Tirol und der Tiroler Jägerverband ein klares Zeichen: Die Zukunft der Landwirtschaft, insbesondere der Alm- und Weidewirtschaft, und der Erfolg des Wolfsmanagements hängen von einer gemeinsamen Ausgestaltung der Jagdgesetznovelle ab. Gegenseitiges Verständnis, ein regelmäßiger respekt- und verständnisvoller Austausch sowie die breite Beteiligung der unterschiedlichen Akteur:innen auf regionaler Ebene werden der Schlüssel zu erfolgreichen Lösungen sein. Alle Landwirt:innen sind daher herzlich eingeladen, die Gelegenheit zu nutzen, sich über die geplanten Änderungen zu informieren und ihre Perspektiven einzubringen, um einen gemeinsamen Rahmen zu schaffen, der die Zusammenarbeit im ländlichen Raum stärkt und die Zukunft der Tiroler Kulturlandschaft sichert.

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Beschluss der Novelle zum Tiroler Jagdgesetz 2026

Am 4. Februar wurde die Novelle des Tiroler Jagdgesetzes beschlossen.
Die Dokumente dazu mit der beschlossenen Novelle finden Sie hier zum Download.
Eine Veröffentlichung in der konsolidierten Normfassung wird online gestellt, sobald diese seitens des Landes Tirol im Rechtsinformationssystem (RIS) zur Verfügung steht.

download_Antrag_pdf

download_Gesetz_nach_Beschlussfassung_pdf