Trophäenschau Landeck – Gemeinsam für eine zukunftsfähige Jagd
Bei der diesjährigen Trophäenschau des Bezirkes Landeck, die am 14. und 15. März 2026 in der WM-Halle in St. Anton am Arlberg stattfand, stand einmal mehr nicht nur der Rückblick auf das vergangene Jagdjahr im Mittelpunkt, sondern vor allem die aktuellen Herausforderungen der Jagd in einer sich rasch verändernden Umwelt. Zahlreiche Ehrengäste, Funktionäre und Mitglieder der Jägerschaft nutzten die Veranstaltung, um sich auszutauschen und gemeinsam Bilanz zu ziehen.
Die Trophäenschau wurde dabei ihrem Anspruch gerecht, weit mehr zu sein als eine reine Präsentation von Trophäen. Sie ist Ausdruck von Verantwortung, Respekt vor dem Wild und der Verpflichtung gegenüber Natur und Kulturlandschaft. Jede einzelne Trophäe steht sinnbildlich für Hege, Beobachtung und die oft schwierigen Entscheidungen im Revier.
Wolf, Landwirtschaft und neue rechtliche Rahmenbedingungen
Ein zentrales Thema war die zunehmende Ausbreitung großer Beutegreifer, insbesondere des Wolfs. Diese Entwicklung wird als Teil funktionierender Ökosysteme gesehen, bringt jedoch gleichzeitig erhebliche Herausforderungen mit sich. Vor allem Almbauern und Nutztierhalter stehen unter wachsendem Druck, da Risse nicht nur wirtschaftliche Schäden verursachen, sondern auch eine starke emotionale Belastung darstellen.
Mit der Jagdgesetznovelle 2026 wurden neue Möglichkeiten geschaffen, um auf problematische Situationen zu reagieren. Entscheidend ist dabei eine verantwortungsvolle und koordinierte Umsetzung dieser Maßnahmen. Ein enger Schulterschluss zwischen Landwirtschaft, Jagd, Behörden und Politik wird als unerlässlich hervorgehoben. Ebenso wurde betont, dass die Einbindung des jeweiligen Jagdpächters bei Maßnahmen im Revier eine selbstverständliche Grundlage darstellt.
Verändertes Wildverhalten erschwert die Bejagung
Der zunehmende Prädatorendruck zeigt bereits deutliche Auswirkungen auf das Verhalten des Schalenwildes. Tiere reagieren vorsichtiger, werden nachtaktiver und meiden offene Flächen. Diese Veränderungen erschweren eine planbare und effiziente Bejagung erheblich.
Gleichzeitig bleiben die Anforderungen an die Jägerschaft hoch. Die Verantwortung für angepasste Wildbestände und ein funktionierendes Wald-Wild-Gleichgewicht wird weiterhin wahrgenommen. Dort, wo Abschussziele nicht erreicht werden, müsse jedoch eine sachliche Ursachenanalyse erfolgen. Neben dem Prädatorendruck spielen auch zunehmende Freizeitnutzung sowie fehlende Ruhezonen eine wesentliche Rolle.
TBC-Bekämpfung erfordert konsequentes Handeln
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bekämpfung der Tuberkulose beim Rotwild. Die Jägerschaft übernimmt hier eine zentrale Rolle durch intensives Monitoring, Probenentnahmen und verstärkte Bejagung in Risikogebieten. In besonders betroffenen Revieren konnten dabei Abschusszahlen erreicht werden, die bislang nicht in dieser Intensität verzeichnet wurden.
Gleichzeitig wurde betont, dass die Seuchenbekämpfung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt. Neben jagdlichen Maßnahmen sind klare und verbindliche Rahmenbedingungen notwendig. Dazu zählen insbesondere abgestimmte Fütterungsstrategien, um einen Futtertourismus zu verhindern und die Ausbreitung der Krankheit nicht zusätzlich zu begünstigen.
Unrealistische Abschussforderungen wurden kritisch gesehen. Vielmehr brauche es sachliche Analysen, realistische Zielsetzungen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Entwicklung beim Rehwild gibt Anlass zur Sorge
Mit Blick auf das Rehwild wurde eine besorgniserregende Entwicklung festgestellt. Während die Trophäenschauen früher durch eine hohe Qualität und ausgewogene Altersstruktur geprägt waren, zeigt sich aktuell eine zunehmende Verschiebung hin zu jüngeren Altersklassen.
Insbesondere der hohe Anteil an Jährlingsböcken sowie eine starke Nutzung der mittleren Altersklasse wurden kritisch hervorgehoben. Hier wurde an die Eigenverantwortung der Revierinhaber appelliert, die Abschussplanung entsprechend anzupassen und langfristig wieder eine stabile und qualitativ hochwertige Bestandsstruktur zu erreichen.
Jagd als Teil der Lösung
Insgesamt wurde deutlich, dass sich die Jagd in einem Spannungsfeld unterschiedlichster Interessen befindet. Dennoch bleibt sie ein unverzichtbares Instrument zur Regulierung der Wildbestände sowie zur Sicherung eines gesunden Lebensraumes.
Die Jägerschaft steht zu ihrer Verantwortung und zeigt Bereitschaft, ihren Beitrag zu leisten. Voraussetzung dafür sind jedoch realistische Rahmenbedingungen, nachvollziehbare Zielsetzungen und ein konstruktives Miteinander aller Beteiligten.
Ausblick
Gerade in Zeiten großer Veränderungen ist ein geschlossener und sachlicher Zugang entscheidend. Die Jagd bleibt Dienst an der Gemeinschaft, am Lebensraum und an der Kulturlandschaft.
Mit Weidgerechtigkeit, Maß und Verantwortungsbewusstsein gilt es, die kommenden Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen und die Jagd zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Waidmannsheil!
