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Wildtiergesundheit
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Leitbild TIROLER JAGD 2030
Gesunde Wildbestände
Die Jagd ist weit mehr als nur das Erlegen von Wild – sie ist untrennbar mit der Hege und dem Erhalt eines artenreichen, vitalen und gesunden Wildbestandes verbunden. Die Wildtiergesundheit ist dabei ein zentraler Baustein. Jägerinnen und Jäger verbringen unzählige Stunden im Revier und sind die Ersten, die Veränderungen in der Natur wahrnehmen. Damit fungiert die Jägerschaft als unverzichtbares Frühwarnsystem für Krankheiten und Seuchen, die nicht nur das Wild, sondern auch Haustiere und sogar den Menschen (Zoonosen) gefährden können.
Doch um Krankheiten zu erkennen, muss man zunächst wissen: Was ist eigentlich ein „gesundes“ Wildtier?
Ein gesundes Wildtier erkennt der geschulte Jäger beim Ansprechen vor dem Schuss sowie bei der Begutachtung nach dem Erlegen an mehreren Faktoren:
Artgerechtes Verhalten: Das Tier zeigt einen natürlichen Fluchtinstinkt, eine normale Scheu und ist aufmerksam. Es bewegt sich artspezifisch (kein Torkeln, Hinken oder apathisches Verharren), zeigt ein normales Äsungs- bzw. Fraßverhalten und gliedert sich – bei sozial lebenden Arten – unauffällig in Rudel, Rotte oder Sprung ein.
Äußeres Erscheinungsbild: Das Haarkleid ist glatt, glänzend und weist keine kahlen oder verkrusteten Stellen auf (ausgenommen normaler Haarwechsel). Das Gefieder bei Vögeln ist intakt und nicht aufgeplustert. Die Körperöffnungen (Lichter/Augen, Äser/Gebrech, Weidloch) sind sauber und frei von unnatürlichen Ausflüssen.
Guter Ernährungszustand: Die Körperstatur entspricht der Jahreszeit und dem Alter des Tieres. Es wirkt weder abgemagert noch stark eingefallen.
Unauffällige innere Organe: Nach dem Schuss zeigt sich die Gesundheit beim Aufbrechen. Die Organe weisen keine Verfärbungen, Schwellungen, Knoten, Parasitenbefall oder untypische Gerüche auf. Nur gesundes Wild liefert das hochwertige und sichere Lebensmittel Wildbret.
Ein einwandfreier Befund ist die Grundvoraussetzung für hochwertiges und sicheres Wildbret.
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im Revier
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Krankheiten als Teil der Natur – und wann wir eingreifen müssen
Krankheiten und Parasiten kommen in der Natur grundsätzlich vor und sind Teil der natürlichen Selektion. Kritisch wird es jedoch, wenn sich Krankheiten seuchenhaft ausbreiten, die Population nachhaltig schwächen oder drohen, auf landwirtschaftliche Nutztiere oder den Menschen überzuspringen.
Wildkrankheiten sind vor allem vor dem Hintergrund folgender Aspekte zu betrachten:
- Kann diese Krankheit eine Wildart lokal/regional/ überregional gefährden?
- Existiert eine Infektionsgefahr für andere Wild-/ Haustierarten?
- Besteht eine Infektionsgefahr für den Menschen (Zoonosen)?
- Hat die Krankheit einen Einfluss auf die Verwendbarkeit von Wildbret?
- Besteht hinsichtlich der Krankheit eine Melde-oder Anzeigepflicht?
Genau hier ist Ihre Expertise und Ihre Wachsamkeit gefragt! Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen, um im Revier richtig zu handeln. Wir informieren Sie über aktuelle Warnungen, zeigen Ihnen die richtigen Verhaltensweisen bei Verdachtsfällen auf, erklären, wo und wie Sie auffällige Stücke oder Proben zur Untersuchung abgeben können und geben Einblicke in laufende Wildgesundheitsprojekte in Tirol.
Setzen wir uns gemeinsam für gesunde Wildbestände ein – schauen wir genau hin!
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