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Wildkunde, Jagdpraxis und Natur

Der Tiroler Jägerverband (TJV) bearbeitet mit unterschiedlichen Partner an Projekten zum Thema Natur, Jagd und Wildtieren.

Rehkitzmarkierung Tirol

Genetische Untersuchung der in Tirol lebenden Steinwildkolonien

Gemeinsame Strategie für große Greifvögel

Rehkitzrettung

Raufußhuhn‐Monitoring Tirol

Naturerlebnis Terra Raetica

Wildwarner

Bergwelt Tirol – miteinander erleben

Jäger in der Schule / Kinder auf der Pirsch

Monitoring Wildkatze

Wildwiesen

Rotwildprojekt LAENDERECK

Aktives Monitoring Wolf

Interreg-Projekt „Genetik und Gesundheitszustand des Steinwildes in der Terra Raetica“

Zecken? Vielleicht sollten wir das checken!

Rehkitzmarkierung Tirol

Der Tiroler Jägerverband startet im Frühjahr 2017 das Projekt „Rehkitzmarkierung Tirol“.
Im Rahmen des Projektes wird bei Rehkitzen eine kleine, farbige Ohrmarke angebracht. Jede Marke hat eine Nummer und ermöglicht dadurch die individuelle Wiedererkennung der einzelnen, als Kitz markierten Rehe. Die Farbe der Ohrmarke sowie die Lauscherseite, auf welcher die Marke angebracht wird, wechselt jährlich. Dadurch ist es möglich, markierte Rehe auf das genaue Alter hin anzusprechen. Die Meldungen der markierten Kitze werden vom TJV gesammelt und zusammen mit den weiteren Angaben wie genauer Setzort, Datum, Geschlecht usw. in einer Datenbank erfasst. Wird ein markiertes Reh gesichtet, gefunden oder erlegt, kann es anhand der Ohrmarkennummer der genauen Markierung zugewiesen und daraus die zurückgelegte Wanderdistanz zwischen Markier- und Fundort ermittelt werden. Dieses Projekt legt den Grundstein für die Langzeitforschung zum Wanderverhalten von Rehen in Tirol.

© Marina Ulrich

Es ist wichtig, dass alle Wiederfunde dem TJV gemeldet werden. Meldungen zu Markierungen sowie Wiederfunde können telefonisch, schriftlich oder direkt online vorgenommen werden.

Genetische Untersuchung der in Tirol lebenden Steinwildkolonien

Die Steinböcke waren Ende des 19. Jahrhunderts nahezu ausgerottet und nur ca. 200 Stück überlebten im Gebiet des heutigen Gran-Paradiso-Nationalparks in Italien. Die Wiederansiedlung des Steinwildes im Alpenbogen ist eine Erfolgsgeschichte der Wildbiologie. Doch die massive Reduktion des Bestandes sowie die Wiederansiedlung haben in der Genetik deutliche Spuren hinterlassen. Um mehr über die genetische Struktur des Steinwildes in Tirol zu erfahren wurde gemeinsam mit der Universität Zürich eine Studie durchgeführt. Die Aussetzungsgeschichte der Tiroler Steinböcke zeigt sich auch in der Genetik, so gehören sie zur Herkunftspopulation Albris (Graubünden). Die Untersuchung hat auch gezeigt, dass die Variabilität der Genetik sehr gering ist und die Populationen einen hohen Inzuchtsgrad aufweisen.
Genetische Gruppen vom Verwall bis in die Hohen Tauern.

Gemeinsame Strategie für große Greifvögel

Vertreter des Nationalparks Hohe Tauern, des Tiroler Jägerverbandes und des Südtiroler Jagdverbandes in Osttirol haben im Juli 2022 eine Strategie zum gemeinsamen Schutz und Monitoring von großen Greifvögeln erarbeitet. Nach der fachlichen Information zu großen Greifvögeln durch den Nationalpark Hohe Tauern und einem intensiven Austausch erklärten die Landesjägermeister Tirols und Südtirols, durch gemeinsame Anstrengungen der Jägerschaft zum Schutz und zur Erhaltung heimischer Greifvögel beizutragen. Ein wichtiger Schritt ist die Beteiligung der Jägerschaft am Greifvogelmonitoring. Die Jägerschaft kann dadurch einen wesentlichen Beitrag durch Beobachtungs- und Bestandsmeldungen leisten.
© Die Naturknipser

Rehkitzrettung

In den Monaten Mai/Juni kommen mehrheitlich die Rehkitze zur Welt. Ihr gepunktetes Fell, kombiniert mit ihrem natürlichen Verhalten sich ins hohe Gras zu ducken, macht die Kitze nahezu unsichtbar für Fressfeinde. Diese Strategie des Rehwildes ist aber leider nicht für den Landwirt mit seinem Mähwerk ausgelegt. Laut Schätzungen fallen jährlich über 25.000 Rehkitze in Österreich den Mähwerken zum Opfer. Um den Mahdverlust so gering wie möglich zu halten, ist die Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten von großer Bedeutung. Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras zur Rettung von Rehkitzen hat sich sehr bewährt und gehört zu den effizientesten Methoden.
© Martina Just

Leider ist es oft schwierig Drohnenpiloten in der Nähe zu finden. Unter www.rehkitzrettung.at ist es möglich DrohnenpilotInnen für die Rehkitzrettung zu suchen und anzufordern, sodass möglichst viele Kitze gerettet werden können.

Raufußhuhn‐Monitoring Tirol

Seit knapp 20 Jahren werden die Bestände und Lebensräume von Auerhuhn, Birkhuhn und Schneehuhn im Land Tirol erfasst. Die landesweiten Felderhebungen werden vom Tiroler Jägerverband organisiert und zahlreichen Jägern und Jägerinnen durchgeführt. Die Zähldaten werden vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde in Wien ausgewertet.

Auerhuhn

Im Frühjahr 2025 wurden in 511 der 1.306 Tiroler Jagdgebiete insgesamt 5.184 Auerhühner auf Balzplätzen gezählt, davon 2.886 Hahnen und 2.298 Hennen. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2021 entspricht das einem Zuwachs von rund 3,7 Prozent. Besonders die Zahl der Hahnen nahm zu, nämlich um 5,4 Prozent, während die Hennenanzahl mit einem Plus von 1,6 Prozent etwas moderater anstieg.

Historisch betrachtet zeigt der Auerhuhnbestand in Tirol seit den ersten systematischen Erhebungen in den 1980er Jahren eine insgesamt positive Entwicklung. 1983 wurden für Tirol noch 1.873 Hahnen gemeldet, 1992 waren es bereits 2.022, und 2025 wurden nun 2.886 Hahnen gezählt. Das entspricht einem Zuwachs von gut 50 Prozent über vier Jahrzehnte.

Die meisten Auerhühner wurden im Bezirk Lienz gezählt, mit 754 Hahnen und 497 Hennen der mit Abstand stärkste Bestand in Tirol. Dahinter folgen Schwaz und Innsbruck-Land. Am wenigsten Auerhühner kommen in Reutte und Innsbruck-Stadt vor; im Stadtgebiet von Innsbruck wurde kein einziges Tier mehr festgestellt.

Insgesamt wurden auf den 1.287 aktiven Balzplätzen durchschnittlich 4,1 Auerhühner je Balzplatz gezählt. Auf knapp der Hälfte aller Balzplätze (47 Prozent) wurden dabei mehr Hahnen als Hennen beobachtet. Seit der letzten Erhebung sind 31 Auerhuhn-Balzplätze verwaist, gleichzeitig kamen netto 8 neue hinzu.

Birkhuhn

Noch erfreulicher ist die Situation beim Birkhuhn. In 1.045 der 1.306 Jagdgebiete – also in 80 Prozent aller Reviere – wurden insgesamt 20.061 Birkhühner gezählt, davon 12.930 Hahnen und 7.131 Hennen. Gegenüber 2021 bedeutet das eine Zunahme von rund 2 Prozent, wobei die Hahnenzahl stärker gestiegen ist (+4,6 Prozent) und die Hennenzahl leicht zurückging (-2 Prozent).

Im Langzeittrend zeigt das Birkhuhn den kontinuierlichsten Aufwärtstrend aller vier Arten: 2005 wurden noch knapp 16.925 Tiere gezählt, seither ist die Zahl um 18 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Balzplätze hat sich seit 2005 von 2.810 auf jetzt 3.403 erhöht. Die meisten Birkhühner finden sich in den Bezirken Lienz, Schwaz, Landeck und Innsbruck-Land. Auf einem durchschnittlichen Birkhuhn-Balzplatz wurden 2025 knapp 5,9 Tiere gezählt, wobei der Bezirk Imst mit 7,7 Stück je Balzplatz den Spitzenwert erreicht.

Naturerlebnis Terra Raetica

Im Rahmen von „Interreg Italien-Österreich“ wurde das länderübergreifende Projekt „Naturerlebnis Terra Raetica“ gestartet. Gemeinsam mit Südtiroler Partnern sollen Naturthemen verstärkt vermittelt werden, sowie durch ein eigenes Forschungsprojekt vertiefte Einblicke in das Raum-Zeit-Verhalten von Steinwild in der Region erhalten werden.

Naturwerkstatt – Klassenraum im Wald

Auf Nordtiroler Seite wird eine Naturwerkstatt errichtet. Sie ermöglicht Kindern verschiedener Altersgruppen sowie Erwachsenen einen vielseitigen Einblick in die Natur. Mit der Erlebnisschule Langtaufers in der Gemeinde Graun wird ein direkter Austausch aufgebaut und gemeinsam pädagogisches Material ausgearbeitet.

Die Erlebnisschule Langtaufers erweitert im Rahmen des gemeinsamen Projekts ihre Infrastruktur rund um den Themenschwerpunkt Steinwild. Gemeinsam durchgeführte Workshops sowie in Zusammenarbeit gestaltete Arbeitsblätter, Spiele und vieles mehr zum Steinwild erweitern das Programm.

Steinwildforschung

Gerade in der Landesjagd Pitztal und im angrenzenden Kaunertal kommt dem Steinwild eine besondere Bedeutung zu. Mit Hilfe von Besenderungen (GPS-Halsbänder) und Markieren von Steinwild im Pitztal, Kaunertal und dem angrenzenden Vinschgau soll das Wanderverhalten genauer erforscht werden. Dazu werden die Steinböcke mit Hilfe von Kastenfallen gefangen.

Weiter sollen gemeinsame Workshops den grenzüberschreitenden Austausch zu den Themen Fang von Steinwild und Steinwildmanagement intensivieren. Die Forschungstätigkeit fließt auf der Südtiroler Seite auch in das von der obersten staatlichen Wildbehörde ISPRA in Rom verlangte Management ein.

© Lettl / Naturwerkstatt – Klassenraum im Wald

Naturwerkstatt – Klassenraum im Wald

© Ernst Rudigier
Das GPS-Halsband nimmt in regelmäßigen Abständen den Standort sowie die Aktivitätsintensität des Steinbockes auf und übermittelt diese an den Tiroler Jägerverband.

Wildwarner

Der Lebensraum der Wildtiere wird von Straßen und Bahngleisen durchschnitten und so kommt es folglich immer wieder zu Unfällen. Bei Kollisionen mit Autos kommen jährlich ca. 120.200 Wildtiere ums Leben. Seit 2014 wird in Kooperation zwischen Jägern, Straßenmeistereien, dem Tiroler Jägerverband und der Tiroler Landesregierung, Abt. Verkehr & Straße das Projekt „Wildwarner auf Landesstraßen in Tirol“ zur Reduktion von Wildunfällen durchgeführt. Dabei werden Straßenabschnitte mit vermehrtem Wildwechsel erhoben, evaluiert und ausgerüstet. Bereits montierte Wildwarner werden kontrolliert und defekte Geräte ausgetauscht. Die Organisation und Beschaffung der Geräte obliegt der Landesstraßenverwaltung. Jährlich wird somit die Ausstattung gefährlicher Straßenabschnitte mit Wildwarngeräten ermöglicht. Eine positive Wirkung der Wildwarner konnte vor allem durch die Kombination von akustischen Wildwarngeräten und Reflektoren erzielt werden.
Durch den Einsatz von Wildwarngeräten entlang von Straßen wird die Anzahl Unfälle reduziert.

Bergwelt Tirol – miteinander erleben

Bewegung in der Natur liegt im Trend. Viele neue Sportarten machen die Natur für immer mehr Menschen erlebbar. Davon profitieren der Tourismus und auch unser Gesundheitswesen. Bei allen Natursportarten steht die Natur in der Motivation der Menschen, die sich draußen bewegen, ganz vorne. Die immer stärker werdende Beanspruchung der Natur führt aber auch zu Konflikten. MountainbikerInnen auf Wanderwegen, SkitourengeherInnen, die unabsichtlich das Wild aus ihren Ruhegebieten herausjagen, und SportkletterInnen, die die Wiesen der Bäuerinnen und Bauern niedertrampeln. Meist sind es einzelnen schwarzen Schafen, die ein konfliktfreies Miteinander in der Natur schwierig machen. Das Programm „Bergwelt Tirol – Miteinander erleben“ will bei Natursportarten Wege einer naturnahen und konfliktfreien Nutzung der Natur aufzeigen. Dies wird im Austausch mit allen Interessensvertretern gemeinsam erarbeitet. Niemand will die Natur, die so wichtig ist für das eigene Erleben, beeinträchtigen. Trotzdem hat unsere Bewegung in der Natur Auswirkungen. Durch die Ausweisung von Schutzzonen in der Landschaft wollen wir auf Lebensräume besonders schützenswerter Tierarten und auf spezielle Rechte anderer Naturnutzer hinweisen. Verantwortungsvolle Sportausübung bedeutet auch Respekt vor der Natur und den Rechten anderer

Die Initiative „Bergwelt Tirol – Miteinander erleben“ wurde geschaffen um ein naturnahe und möglichst konfliktfreier Nutzung der Natur zu ermöglichen.

Durch das anbringen von Tafeln werden die Naturnutzer auf die Schutzzonen aufmerksam gemacht.

Jäger in der Schule / Kinder auf der Pirsch

Dem Tiroler Jägerverband ist es ein Besonders wichtiges Anliegen unser Wissen über Wildtiere und ihren Lebensraum auch Kindern zu vermitteln. Dazu wurde das Projekt „Jäger in der Schule“ geschaffen. Im Rahmen von diesem Projekt werden kostenloses Schulprogramm angeboten. Dies beinhaltet den Besuch von JägerInnen in der Schulklasse oder Exkursionen ins Revier. Mit dabei sind immer Präparate, Abwurfstangen und weiteres Anschauungsmaterial, durch welches die Wildtiere erlebbar werden. Ziel ist es den Kindern die Natur und die heimischen Wildtiere näher zu bringen. Umgesetzt wird dieses Projekt in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Freiwilligen, die sich die Zeit nehmen etwas mit den Schulklassen zu unternehmen.

Monitoring Wildkatze

Nachdem aus einer Region in Osttirol mehrfach innert kürzester Zeit Wildkatzen in Wildkameras getappt sind, hat der Tiroler Jägerverband entschieden in diesem Bereich ein Monitoring durchzuführen. Ziel ist es mehr über die Anwesenheit der Wildkatzen, die in Österreich eigentlich als ausgestorben gilt, in diesem Gebiet zu erfahren sowie zu untersuchen wie viele Katzen sich in der Region aufhalten und ob sie sich sogar fortpflanzen. Entsprechend wurden im Gebiet Lockstöcke aufgestellt und mit Kameras überwacht. Die Lockstöcke werden mit Baldrian besprüht in der Hoffnung, dass die Wildkatze sich am Stock reibt und folglich dann Haare am Stock hängenbleiben, die wiederum genetisch untersucht werden können. Damit kann die Anzahl Wildkatzen in der Region bestimmt werden.
© Ondrej Chvatal / Shutterstock

Wildwiesen

Unsere heutige Kulturlandschaft unterliegt einem stetigen Wandel. Durch die immer weiter voranschreitende Zerschneidung der Landschaft, bedingt durch die verschiedenen Nutzungsansprüche des Menschen, gehen wertvolle Lebensräume für viele Wildarten verloren. Neben der Nutzung zur Gewinnung natürlicher, nachhaltiger Rohstoffe und Nahrungsmittel ist auch der Erhalt der Biodiversität für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Jagd eine wichtige Aufgabe. Zusätzlich zu dem kleiner werdenden Lebensraum für das heimische Schalenwild entstehen immer wieder Schäden an der Kulturlandschaft oder im Schutz- oder Wirtschaftswald, insbesondere durch Reh- und Rotwild. Um diesen Effekt zu verringern, wurde das Projekt Wildwiesen von der Landwirtschaftskammer Tirol, der Landesforstdirektion Tirol und dem Tiroler Jägerverband ins Leben gerufen. Als Wildwiese können sich unterschiedlichste Flächen eignen, so Wegränder, aufgelassene Almflächen oder Lifttrassen sowie andere ungenutzte Grünflächen. Mit durchdachter Planung und sorgfältiger Pflege durch die Jägerschaft sind schnell attraktive Wildwiesen geschaffen. Es müssen keine großen Flächen sein, ein gut angelegtes Netzwerk von kleinen Grünstreifen ist genauso wirkungsvoll. Die Landwirtschaftskammer Tirol, die Landesforstdirektion und der Tiroler Jägerverband stehen mit dem Projekt „Wildwiesen“ der Jägerschaft, Grundeigentümern und dem Forst unterstützend bei der Planung und Umsetzung zur Verfügung.
Die Planung, Realisierung und Pflege von Wildwiesen ist eine wichtige Hegeleistung der Tiroler Jägerschaft.

Rotwildprojekt LAENDERECK

Im Jahre 2016 wurde im Tiroler Oberland das Rotwildforschungsprojekt LAENDERECK gestartet. Im Rahmen des Projektes wird Rotwild gefangen und mit einer Ohrmarke individuell markiert bzw. mit einem GPS-Halsband ausgestattet. Die GPS-Halsbänder nehmen alle drei Stunden den Standort auf und übermitteln diesen via Handynetz einmal täglich an den Tiroler Jägerverband. Zusätzlich nimmt das Halsband auch die Aktivität des Tieres auf.Damit die Tiere überhaupt markiert bzw. besendert werden konnten war es notwendig sie zu fangen. Dies wurde mittels Distanzimmobilisation (Narkosegewehr) sowie mit Kastenfallen durchgeführt. Insgesamt konnten so 76 Tiere markiert und davon 36 zusätzlich besendert werden. Ziel des Projektes ist es mehr über das Wanderverhalten sowie die Aktivität des Rotwildes im Tiroler Oberland zu erfahren.

Aktives Monitoring Wolf

Der Tiroler Jägerverband führt gemeinsam mit dem Land Tirol und dem FIWI Wien in sechs ausgewählten Gebieten ein aktives Monitoring für den Wolf durch. Dieses Monitoring umfasst grundsätzlich die folgenden drei Bereiche:

  • Aufstellen von Wildkameras in ausgewählten Revieren
  • Aktives Absuchen der Forststraßen nach Wolfslosung inkl. Beprobung und Einsendung zur genetischen Untersuchung. Durchführung in regelmäßigen Intervallen von Oktober bis April.
  • Sammlung von weiteren Hinweisen (Wildkamerabilder der Jägerschaft usw.) und Beprobung von Rissverdachtsfällen durch die Amtstierärzte bzw. Wildtierrissbegutachter des TJV

Interreg-Projekt „Genetik und Gesundheitszustand des Steinwildes in der Terra Raetica“

Das Interreg-Projekt „Genetik und Gesundheitszustand des Steinwildes in der Terra Raetica“ erforscht über einen Zeitraum von drei Jahren die genetische Vielfalt und den Gesundheitszustand der Steinwildpopulationen im Grenzgebiet Graubünden/Südtirol/Tirol. Wobei die Genetik in Tirol bereits untersucht wurde und nur noch in Südtirol sozusagen ergänzend untersucht wird. Auf der Tiroler Seite wird in der Projektkolonie Kaunergrat, entsprechend der Gesundheitszustand unter die Lupe genommen. Dabei werden von dem erlegten Steinwild diverse Proben genommen und von der AGES ausgewertet.

Zecken? Vielleicht sollten wir das checken!

All jene von uns, die eine Katze oder einen Hund zu Hause haben, müssen immer früher die Zeckenzange auspacken. Sogar in Gebieten, wo bisher keine waren.

Von 2009 bis 2012 hat der Infektiologe Dr. Gernot Walder im Rahmen des Interreg-Projektes VEIT mit Hilfe von Jägern und Förstern erstmals die Verbreitung von Zecken und den von ihnen übertragenen Erregern in der Europaregion Tirol flächendeckend erhoben. Einige werden sich vielleicht noch daran erinnern.

Die Aktivität von Zecken ist aber weiterhin kaum erfasst. Dabei sind sie nach den Stechmücken im Alpenraum die häufigsten Parasiten – und sind unter allen Parasiten diejenigen, die am häufigsten Krankheiten übertragen. Ob und in welchen Gebieten sie wie stark aktiv sind, wissen wir nicht. Das macht jede Vorsorge schwierig.

Kaum jemand kennt aber die Aktivität der Zecken besser als die Jäger: Sie finden sie am erlegten Wild, am Jagdhund und zählen selbst zu den Hauptrisikogruppen für Zeckenstiche.

Deshalb hat es sich Dr. Gernot Walder in Außervillgraten (Osttirol) mit

  • einer Gruppe von Veterinärärzten (ULLS1) aus Belluno,
  • dem Südtiroler Jagdverband und
  • dem Tiroler Jägerverband

zum Ziel gesetzt, die Aktivität von Zecken zu überwachen und ein entsprechendes Monitoring-System aufzubauen. Nachdem das Projekt zuerst in der Provinz Belluno, im Südtiroler Pustertal (Provinz Bozen) und in Osttirol gestartet wurde, wird es nun auf ganz Südtirol und ganz Nordtirol ausgeweitet.

Ziel dieses Projektes ist es, die Aktivität von Zecken langfristig und reproduzierbar zu erheben, um Vorhersagemodelle zu entwickeln, die Einschleppung neuer Arten rasch zu erkennen und geografische Verbreitungen zu erfassen.

Das kann gelingen, wenn möglichst viele Jäger den Zeckenbefall am erlegten Wild sowie am eigenen Hund erheben und diese Daten mittels einer App in eine gemeinsame Datenbank eintragen.

Dabei werden folgende Daten erfasst und übermittelt:

  • die Anzahl gefundener Zecken (bei Reh, Hirsch und Gams auf einer handtellergroßen Fläche hinter den Lauschern, beim Hund im Bereich beider Augenwinkel)
  • GPS-Standort des erlegten Wildes (Seehöhe) bzw. Revieres
  • Art des Wildes

Wenn man selbst gestochen wird, kann und soll man das auch melden, um die Aktivität am Wild mit dem Stichrisiko beim Menschen korrelieren zu können.

Die App ist selbstverständlich kostenlos und nicht personenbezogen, d. h. man registriert sich mit seiner Handynummer auf einer Website.

Die eingegebenen Daten dienen als Grundlage für die Forschung und das Monitoring. In weiterer Folge erhalten die Jäger, welche sich beteiligen, Einblick in das Projekt und können die Zeckenaktivität in Süd- und Nordtirol beobachten.

Jägerinnen und Jäger, die sich am Projekt beteiligen wollen, wird eine entsprechende Online-Schulung angeboten. Die Teilnahme der Südtiroler Aufsichtsjäger und der Nordtiroler Hegemeister und Jagdschutzorgane wäre besonders wertvoll, da sie den besten Einblick in die Situation am Wild haben und häufig Ansprechpartner für die lokalen Jägerinnen und Jäger sind.

Hier können Sie sich für die Online-Veranstaltung anmelden!

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