Shop

Monitoring

Leitbild TIROLER JAGD 2030

Definition Monitoring

Monitoring bedeutet die systematische und kontinuierliche Beobachtung und Auswertung von Daten über einen längeren Zeitraum. In der Jagd ist vor allem das Wildtiermonitoring wichtig: Dabei werden Tierbestände, ihr Verhalten, ihre Verbreitung und Lebensräume mithilfe verschiedener Methoden wie Kamerafallen, GPS oder Zählungen erfasst. Die gewonnenen Daten helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und bilden eine wichtige Grundlage für das Wildtiermanagement und die Jagdplanung, etwa bei Abschussplänen. Monitoring umfasst aber nicht nur Wildtiere, sondern auch Themen wie Wildkrankheiten, andere Tierarten sowie den Zustand des Waldes und den Einfluss des Wildes darauf.

Gesetzliche Grundlage

Im Tiroler Jagdgesetzt kommt das Monitoring in verschiedenen Paragrafen zu tragen. So beispielsweise im §2 Abs. 5 „Jagdschutz ist der Schutz des Wildes vor Raubwild, Raubzeug und vor Wilderern, die Mitwirkung an der Wildtierforschung und am Wildtier- und Lebensraummonitoring sowie die Überwachung der Einhaltung jagdrechtlicher Vorschriften.“ weiter auch im §11 Abs. 9 „Jagdausübung umfasst auch die Mitwirkung an der Wildtierforschung sowie am Wildtier- und Lebensraummonitoring.“. Somit ist das Monitoring in Tirol nicht nur ein fixer Teil der Revierarbeit, sondern auch gesetzlich verankert.

Monitoringaufbau

Das Monitoring von Wildtieren kann sehr unterschiedlich sein und reicht von Beobachtung, Zählung, Markierung bis hin zum Einsatz von technischen Hilfsmitteln wie beispielsweise Wildkameras oder akustischen Aufnahmegeräten. Auch die Häufigkeit bzw. das Intervall des Monitorings kann sich unterscheiden ebenso die Fläche auf dem es durchgeführt wird. Einige Erfassungen beispielsweise finden mehrmals jährlich statt, andere einmal im Jahr und wieder andere alle fünf Jahre. Und das auf Revierebene, Hegebereich, Landesweit oder auch in einem bestimmten Projektgebiet. Gleiches gilt für die Dauer, so sind einige auf eine fixe Projektdauer festgelegt und bei anderen handelt es sich um langfristige Erfassungen.

Wie genau man nun ein entsprechendes Monitoring sozusagen zusammenstellt ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen die zu untersuchende Tierart ggf. unter Berücksichtigung ihrer Lebenserwartung, welcher Zeitraum untersucht wird und vor allem auch welche Fragen mit dem Monitoring beantwortet werden möchten. Möchte man beispielsweise langfristig Veränderungen über die Konstitution dokumentieren und untersuchen so ist es entsprechend notwendig über einen langen Zeitraum Daten zu sammeln.

Um kurzfristige Veränderungen in einer Population festzustellen sind natürlich bedeutend weniger lange Datensätze notwendig. Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass je mehr Daten gesammelt werden später auch umso mehr Auswertungen gemacht werden können. Viele Daten können zudem relativ einfach und ohne großen Aufwand gesammelt werden, wie das Alter oder Gewicht von erlegten Stücken, Todesursachen beim Fallwild usw. Wichtig ist nur, dass diese mit einer entsprechenden Qualität erfasst werden. Diese Daten liegen dann für spätere Auswertungen bereit.

Verwendung der Daten

Viele Daten benötigen wir selbstverständlich auch für unsere eigene Jagdplanung. Ohne Zählungen fehlt uns die essentielle Grundlage, welche wir für die Planung benötigen. Da wir auch Arten bejagen, die von den FFH-Richtlinien betroffen sind, haben wir hier sogar auf EU Ebene eine Verpflichtung in regelmäßigen Abständen möglichst qualitativ hochwertige Daten zu melden. Davon betroffen sind beispielsweise die Raufusshühner. Verfügen wir hier nicht über die entsprechenden Datensätze laufen wir Gefahr, dass die EU entsprechende Maßnahmen trifft, was wiederum bedeuten kann, dass die Jagd auf diese Arten abgeschafft werden könnte. Es ist also nicht nur im Interesse des TJV, dass wir Datensätze zu unseren jagdbaren Wildarten haben, sondern auch auf EU-Ebene von großer Wichtigkeit.

Weitere Infos zu Wildtiere

Leitbild TIROLER JAGD 2030

Leitbild TIROLER JAGD 2030

Wonach suchst du?