Unfreiwillige tierische Stars

Wildtiere werden im Internet immer wieder zu Video-Stars. Dabei geht es aber oft zu Lasten der Tiere.

Aktuell geht ein Video durch die sozialen Netzwerke, bei dem eine Alpengams panisch durch eine Gruppe Skitourengeher flüchtet und dabei hunderte Höhenmeter in Sekunden zurücklegt. Viele zeigen sich beeindruckt von der Gams und deren Tempo, doch was dabei nicht bedacht wird, ist welche enormen physiologischen Auswirkungen so eine Flucht auf die Gams hat.

Dazu sollte jeder wissen: Eine Gams verbraucht auf der Flucht etwa 7-mal so viel Energie wie im Normalzustand, bei der Flucht durch brusthohen Schnee sogar 15-mal so viel. Jedes Aufschrecken führt somit zu einem gewaltigen Energieverlust und, im Wiederholungsfall, zu einer Schwächung, die die Tiere den Winter nicht überstehen lässt. Es zeigt sich somit mehr als deutlich die Auswirkung der Störung von Menschen in der Natur.

Umso wichtiger ist es, in den stark menschlich genutzten Alpenraum sich an die bestehenden Lenkungskonzepte zu halten und ein Netzwerk von Ruhegebieten für die Natur zu erschaffen. In Tirol haben wir starke Partner mit dem Projekt „Bergwelt Tirol“ – siehe auch http://www.bergwelt-miteinander.at mit dem Land Tirol, ÖAV, LK Tirol, TirolWerbung, WKO und Bergrettung Tirol.

Bei Begegnungen mit Wildtieren in der Natur soll man KEINENFALLS diesen nachstellen, sie bedrängen, versuchen zu filmen oder mit Drohnen verfolgen, sondern mit Abstand ausweichen, sich ruhig verhalten und an vorhandene Wege halten! Gegenseitiger Respekt ist (lebens-)wichtig – Danke!