Verbissschutzmittel – Neuerungen im Pflanzenschutzmittelrecht

Mit 26. November 2015 sind europaweit Neuregelungen für den Kauf und die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in Kraft getreten.

Profi-Produkte, hierunter fallen auch Verbissschutzmittel welche im österreichischen Pflanzenschutzmittelregister eingetragen sind (http://pmg.ages.at), können nur mehr mit einem sogenannten Pflanzenschutzmittel-Sachkundenachweis gekauft werden. Ab 26. November 2015 muss der Käufer einen Sachkundenachweis zum Zeitpunkt des Erwerbs vorlegen. Der Verkäufer muss bei der Abgabe prüfen, ob ein gültiger Sachkundenachweis vorliegt. Somit ist es dem Jagdausübungsberechtigten ohne Sachkundenachweis nicht mehr möglich, solche Verbissschutzmittel zu kaufen.

Der Sachkundenachweis bestätigt die erforderlichen fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten sowie die Verlässlichkeit. Die fachlichen Kenntnisse können durch einen 16-stündigen Ausbildungskurs oder eine anerkannte schulische oder berufliche Ausbildung (Land- und Forstwirtschaft) erworben werden. Die Jagdprüfung reicht dafür nicht aus, auch nicht wenn im Jagdpachtvertrag Vereinbarungen zur Vorbeugung gegen Wildschäden getroffen wurden. Der Sachkundenachweis ist 6 Jahre gültig. Für eine Verlängerung müssen einschlägige Fortbildungen oder ein Fortbildungskurs im Ausmaß von 4 Stunden absolviert werden. Der Antrag auf Ausstellung eines Sachkundenachweises ist bei der Landwirtschaftskammer Tirol zu stellen. Der Sachkundenachweis ermächtigt den Besitzer jedoch nicht, Pflanzenschutzmittel ohne maßgebliche Einschränkung der Verfügungsgewalt an Dritte weiterzugeben.

 

Für die Jagd ergeben sich nun folgende Möglichkeiten:

  • Jagdschutzorgane/Berufsjäger/Jagdpächter absolvieren den 16-stündigen Ausbildungskurs und sind somit berechtigt, die benötigten Pflanzenschutzmittel zu erwerben. Das so erworbene Pflanzenschutzmittel kann zur anschließenden Verwendung für einen konkreten Bedarf auf einer abgegrenzten Waldfläche an einen Jagdausübungsberechtigten weitergeben werden, wenn die Verwendung unter Anleitung und Aufsicht erfolgt.
  • Gemeindewaldaufseher können innerhalb ihres Waldbetreuungsgebietes Pflanzenschutzmittel an Waldbesitzer zur anschließenden Verwendung für einen konkreten Bedarf auf einer abgegrenzten Waldfläche weitergeben. Die Verwendung erfolgt ebenfalls nur unter Anleitung und Aufsicht. Bei der Ausbringung können auch weitere Personen behilflich sein (z.B. Jagdausübungsberechtigte).
  • Waldeigentümer, die über einen gültigen Sachkundenachweis verfügen, können bei Bedarf die dafür benötigten Pflanzenschutzmittel erwerben und zur anschließenden Verwendung für einen konkreten Bedarf auf einer eigenen abgegrenzten Waldfläche an Jagdausübungsberechtigte weitergeben. Auch dabei hat die Verwendung unter Anleitung und Aufsicht zu erfolgen.

 

Weitere Informationen zur Ausbildungsbescheinigung und den Ausbildungskursen finden sie auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Tirol.