Jäger & Revier im Winter

Der Winter ist eingebrochen und die Fütterungen im Revier sind schon gut besucht. Nun ist die Hauptaufgabe des Jägers, im Winter die Tröge und Raufen mit Silage und Heu zu beschicken. Diese wichtige Aufgabe sollte jeden zweiten, bei hoher Wilddichte sogar jeden Tag erfolgen, um das Überleben der Wildtiere in den meist schneereichen Wintermonaten zu gewährleisten. Eine gute Erschließung bei den Fütterungen ist sehr wichtig, damit sie per Schi oder mit motorisiertem Gerät immer erreicht werden können.

In hellen Mondnächten lassen sich nur wenige Jäger das Fuchspassen nehmen. Dies ist eine sehr taktische Jagd und erfolgt meist in der Nacht bei Vollmond. Bei einem erlegten Stück Rotfuchs wird der Balg abgezogen und gegerbt, das Wildbret wird sorgfältig entsorgt, da es ungenießbar und oft bakteriell verseucht ist.

Im Winter werfen die Hirsche und Rehböcke ihr Geweih ab und beginnen schon mit der Ausbildung des neuen Geweihes. Die Abwurfstangen werden vom Jäger alle eingesammelt, damit er eine ungefähre Aufstellung des Wildbestandes hat und durch regelmäßiges Einsammeln der Geweihe kann das Alter der einzelnen Hirsche genau errechnet werden und er weiß, wie sich das Wild im Revier entwickelt.

Leider findet man immer wieder verendete Wildtiere, die den Winter aufgrund zu schwacher körperlicher Verfassung oder aus sonstigen Gründen nicht überstanden haben, doch das ist der Verlauf der Natur.

Nach einigen weißen, kalten Monaten wird die Sonne wieder stärker und der Schnee verflüssigt sich – dies ist die Zeit, in der die Natur zum Leben erwacht, die ersten Pflanzen ihre Blüten aufragen lassen und der  Jäger im Revier seinen Verpflichtungen nachgeht und sich wieder mit Freude auf das kommende Jagdjahr vorbereitet.

Ein spannendes Jahr des Jägers geht zu Ende.

Foto: Ernst Rudigier