Projekt Gamswilduntersuchung

– Was macht unser Gamswild krank?

Dass Wildtiere an Krankheiten verenden, gehört zum Lauf der Natur und ist fixer Bestandteil jeder Wildtierpopulation. Auch beim Gamswild werden immer wieder verschiedene Krankheiten festgestellt, welche durch infektiöse Erreger wie Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze ausgelöst werden oder in Form von nicht infektiösen Krankheiten, wie beispielsweise Tumoren oder Missbildungen, auftreten. Einige Krankheiten können wieder ausheilen, andere hingegen führen unweigerlich zum Tod des Einzeltieres oder gar zu größeren Verlusten innerhalb einer Population.

 

Werden Krankheiten häufiger? Ein Projekt soll Antworten liefern!

In den letzten Jahren verstärkt sich der Eindruck, dass beim Gamswild einige Krankheiten immer häufiger werden beziehungsweise auch bis anhin eher seltene Krankheitsbilder vermehrt auftreten, obwohl die Bestände seit einigen Jahren rückläufig sind. Daraus haben sich von der Seite der Veterinärmedizin, des Wildtiermanagements und der Jägerschaft einige Fragen aufgetan: Wie oft tritt welche Krankheit auf? Wo kommen diese vor? Welche krankheitsbedingten Veränderungen werden beim Gamswild in den Revieren festgestellt? Fragen wie diese sollen nun im Rahmen des hier vorgestellten Projekts, welches in Zusammenarbeit mit dem Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen der AGES Innsbruck durchgeführt wird, untersucht werden.

Im Rahmen des Projekts soll durch die verstärkte Untersuchung von erkrankten und verdächtigen Stücken sowie durch eine Fragebogenerhebung unter der Tiroler Jägerschaft ein statistisch gut gesichertes Datenmaterial über den aktuellen Gesundheitsstatus der Tiroler Gamswildpopulation gesammelt und eine fundierte wissenschaftliche Erhebung der wichtigsten Krankheits- und Todesursachen durchgeführt werden.

 

Fragebogen ausfüllen – Informationen liefern

Wie sich die Gamsbestände in den einzelnen Revieren entwickelt haben, welche Krankheiten in welcher Häufigkeit auftreten und wie sich die Reviere in Bezug auf die Bewirtschaftung verändert haben, soll mittels eines Fragebogens erhoben werden. Um dies erfassen zu können, ist der Tiroler Jägerverband und die AGES darauf angewiesen, dass möglichst viele Revierbetreuer ihr Wissen zu diesen Veränderungen mitteilen und den dazu erstellten Fragebogen ausfüllen.

Zum Fragebogen:

Proben einsenden und mithelfen!

Der andere Teil des Projekts umfasst die Untersuchung von kranken Stücken. So sollen während den Jagdjahren 2018 bis 2021 rund 300 Stück Gamswild, beider Geschlechter und sämtlicher Altersklassen, aus ganz Tirol untersucht werden. Zu diesem Zweck rufen der Tiroler Jägerverband und die AGES die Tiroler Jägerschaft auf, Fallwild oder Hegeabschüsse, am besten unaufgebrochen oder gegebenenfalls auch nur die auffälligen oder veränderten Organe, zur Untersuchung bei der AGES in Innsbruck abzugeben. Das Formular zur Einsendung der Proben ist HIER bzw. unter Service/Downloads für Jäger zu finden.

Die Probeneinsender werden mittels schriftlichen Befundes und gegebenenfalls telefonischen Beratungsgespräch über die Untersuchungsergebnisse informiert. Sämtliche Untersuchungskosten werden vom TJV übernommen.

 

Kontakt: AGES – Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Innsbruck
Technikerstraße 70, 6020 Innsbruck
Telefonnummer: +43 50 555-71111

Öffnungszeiten für Probenanlieferung: Montag – Freitag: 8.00 – 16.00 Uhr

In dringenden Fällen (Seuchenverdacht) auch außerhalb der Öffnungszeiten nach telefonischer Absprache unter 0664 8398043 rund um die Uhr. Gegebenenfalls können die Proben außerhalb der Öffnungszeiten der AGES auch beim Tiroler Jägerverband abgegeben werden.