“Gemma Geier zählen”

Matrei/Mittersill/Großkirchheim (OTS) – Dieses Jahr finden die internationalen Bartgeierbeobachtungstage von 7. bis 15. Oktober statt. Der Nationalpark Hohe Tauern ruft zur Mitarbeit bei den Bartgeierzähltagen auf und hofft, dass viele Freiwillige Bartgeierbeobachtungen beim Greifvogelteam melden. Zentraler Zähltag ist der Samstag, 7. Oktober 2017.

100 Jahre nach ihrer Ausrottung startete 1986 mit den ersten Freilassungen von Junggeiern im Nationalpark Hohe Tauern das inzwischen wohl erfolgreichste Artenschutzprojekt Europas. Heute leben wieder gut 240 der großen Aasfresser in den Alpen. Alleine 2017 sind alpenweit im Freiland 28 Junggeier erfolgreich ausgeflogen – dies ist ein neuer Rekord in den Alpen. In den Ostalpen und in den Seealpen gab es 2017 leider nur eine erfolgreiche Brut. Es gibt aber Hoffnung auf mehr Nachwuchs 2018, denn die drei bestehenden Brutpaare im Nationalpark Hohe Tauern haben bereits mit dem Horstbau begonnen. Erfreulich ist auch, dass sich die Bildung von insgesamt neun Brutpaaren in den Ostalpen abzeichnet.

 

Alpenweite Zählung

Sollten Sie einen Bartgeier beobachten, melden Sie dies bitte an das Bartgeier Team. Wichtig ist, sich Datum, Bergname/Ort und Dauer der Sichtung zu notieren. Auch die Anzahl und mögliche erkennbare Zeichen am Vogel (Färbung Kopf/Brust, Verhalten, eventuell erkennbare Markierungen) sind wichtig. Optimalerweise haben die Beobachter eine Kamera mit und können ein Foto machen.

Sie erreichen die Zuständigen unter Tel.: 0664/8203055,  gunther.gressmann@tirol.gv.at oder beobachtung@gmx.net, bzw. Tel.: 0664/3436293, ferdinand.lainer@salzburg.gv.at.

Unter http://www.bartgeier.ch finden sie außerdem ein Onlinemeldeformular. Der Nationalpark Hohe Tauern bedankt sich im Voraus bei allen ehrenamtlichen Beobachtern für ihre Mitarbeit!

 

Langstreckenflieger

Bartgeier zählen mit einer Spannweite von fast drei Metern zu den größten Vögeln Europas. Sie sind sehr mobil und legen auf ihren Wanderungen durch die Alpen hunderte Kilometer am Tag zurück. Deshalb ist man auf die Mithilfe vieler Beobachter angewiesen, um den Bartgeierbestand möglichst genau erfassen zu können.  Der Nationalpark Hohe Tauern hat seit Anfang an bei den jährlichen internationalen Bartgeierzähltagen aktiv mitgewirkt. Jedes Jahr beteiligen sich über den Alpenbogen verteilt hunderte Freiwillige an dieser gemeinsamen Zählaktion. Die internationalen Zähltage finden dieses Jahr zum 12. Mal terminlich abgestimmt über den ganzen Alpenbogen und im französichen Zentralmassiv statt. Dank vieler freiwilliger Helfer konnten in den beiden letzten Jahren zwischen 61 %  – 73 % des im wissenschaftlichen Modell berechneten Bartgeierbestandes in den Alpen beobachtet und somit ein guter Überblick über die Bartgeierpopulation und deren Verteilung in den Alpen gewonnen werden.